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Die Töchter des Präsidenten : Erzählung einer Gouvernante / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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des Familienlebens geheiligt aber ermuntere mit keinem Worte denjenigen, der öffentlich aufzutreten beabſichtigt, wofern ſich nicht entſchiedenes Talent und wirkliches Genie bei ihm zeigt. Du trägſt dadurch blos das Deinige dazu bei, einen unglücklichen und unnützen Menſchen mehr in der Welt zu bilden. Und vollends ein Frauenzimmer! Welche Kraft, welche Beharrlichkeit, und überdieß welches Glück muß ſie nicht beſitzen, um mit Erfolg gegen die Schwierigkeiten und Hinderniſſe anzukämpfen, die ihr auf der Bahn der Kunſt mit jedem Schritte entgegen⸗ treten? Die Kunſt iſt für den mittelmäßigen Künßtler eine Tantalusquelle, die unaufhörlich ſeinen Durſt reizt und unaufhörlich von ſeinen Lippen zurückweicht.

Und ihm dabei auch noch ſein Brod nimmt du haſt Recht; aber dieſe junge Angelika hat etwas in ihren Außen

Das gebe ich zu. Ihr Blick ſpricht eine ganz andere Sprache, als Ihre Zeichnungen.

Beurtheilen Sie mich nicht nach dieſen, ſagte eine kryſtallreine Stimme nahe hinter uns, und Ange⸗ lika's leichte Geſtalt entſchwebte unter die Gäſte, welche jetzt dicht gedrängt im Zimmer ſtanden.

In demſelben Augenblicke erſuchte Se. Ercellenz bie Geſellſchaft, in den Saal zu gehen, wo Alles zur Auffüh⸗ rung der Tableaux bereit war. Das erſte, was vorge⸗ ſtellt werden ſollte, war eine Seene:Pygmalion und Galathea, componirt von Angelika und aufgeführt von

einem vielverſprechenden jungen Künſtler, Herrn Hugo L

Es währte eine gute Weile, bis die Geſellſchaft ihre Plätze im Saale eingenommen hatte. Endlich war Alles in Ordnung, ſämmtliche Blicke auf den eleganten Vor⸗ hang geheftet, den ein großerprachtvoller Rahmeneinfaßte, und es entſtand eine allgemeine, erwartungsvolle Stille.

Der Vorhang ging in die Höhe, und Galathea zeigte ſich auf ihrem Piedeſtal. Pygmalion betete mit bren⸗ nender Liebe und heißem Schmerz ſein Werk an. Bremer, Töchter d. Praſibenten.