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Die Töchter des Präsidenten : Erzählung einer Gouvernante / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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neben einem älteren Herrn, deſſen Geſicht. Redlichkeit und Güte verkündigte und Vertrauen einflößte. Ich ſa nahe genug, um ihr Geſpräch hören zu könten.

Warum, Alarich, begann der ältere Herr,warum warfi du ſo ſtreuge gegen vieſen Albus der Baronin? Sahſt du, wie das arme Mädchen ſchmerzlich erröthete? Du hät⸗ teſt ja ſo leicht ein freundliches Wort ſagen können.

Gegen mein Gewiſſen, ja, und gegen das Beſte ves jungen Mädchens. Die Zeichnungen waren unter aller Kritik.

Mag ſein, aber doch ſie liſt ein junges und armes Mädchen, das alle Hoffunug für ihre Zukunft auf ihr Talent gebaut hat.

Eben deßwegen. Einem mittelmäßigen Dilettanten kann man, ohne ſich zu verſündigen, ein lobendes Wort ſa⸗ gen. Nicht ſo dem, deſſen ganzes Wohl und ganze Nütz⸗ Uchkeit für die Welt varauf beruht, daß er ſich in der Kunſt über die Nittelmäßigkeit erhebe. Man kann dem Staat undſ ſeinen jungen Mitgliedern keinen ſchlechtern Dienſt erweiſen, als wenn man, wie jetzt ſo häufig geſchieht, die ſchwächſten Verſuche in der Muſik, Poeſie und bildenden Kunſt erhebt und auspoſaunt. Der Künſtler muß groß, er muß ein Genie ſein, oder ganz wegbleiben.

Aber iſt das nicht zu ſtreng? Können nicht auch Kunſtwerke von untergeordnetem Werth ſowohl dem Künſtler als dem Publikum Genuß verſchaffen?

Schwache Magen bedürfen ſchwacher Koſt, und pleiben dadurch ſchwach. Der Kunſt höchſtes und eigent⸗ liches Leben iſt ein Mittlerberuf; ſie ſoll Himmel und Erde, Urbild und Wirklichkeit vereinigen. Unſere Zeit ſcheint dieß vergeſſen zu haben, und nur durch kräftige Geiſter und wirkliche Kunſtwerke kann die Erinnerung An dieſe Wahrheit wieder erweckt werden. Noch einmal, ſage was duwillſt zu jungen Kunſtliebhabern, welche ihre Ge⸗ ſellſchaften mit Geſang und Muſik beleben, mit Gemälden und Verſen ihre Häuſer ſchmücken undzunterhaltend machen

ein Zweig der Kunſt iſt wirklich der Verſchönerung

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