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einfaches weißes Kleid, und ihr lichtbraunes Haar lag in Locken um den Hals; ſie hatte nicht den geringſten Schmuck oder Putz an ſich.
„Ach,“ ſagte Fräulin Margarethe halblaut—„eine Romanheidin, eine Amanda.“
Die Baronin Palmin, der die Gutmüthigteit aus⸗ den Augen leuchtete, ſtellte nach rechts und links das junge Mädchen vor, welches ernſt und ſonderbar blos mit einem ſtolzen Kopfnicken da und dorthin grüßte, bis Adelaide eine Bewegung machte und ſie einlud, neben ihr Platz zu nehmen. Sie that dieß und ſah ſich mit ihren großen dunkelglänzenden Augen ruhig in der Geſellſchaft um. Kaum hatte ſie ſich geſetzt, als man Frau von Palmin rufen hörte:
„Ach ſie iſt ſo geſchickt, ſo geſchickt! Sie ſollten nur ihren Albus ſehen! Sie hat einen Albus, in welchen ſie alle Menſchen hineinzeichnet. Angelika, mein liebes Kind, komm und zeige uns deinen Alba.“
Angelika ſtand auf, indeß eine leichte Röthe ihre Wange färbte, und reichte ihrer Beſchützerin ihr Album, das ſie in der Hand hielt.
„Ach, das iſt eine gar zu intereſſante Alba,⸗ fuhr die Baronin fort, indem ſie ein wenig blätterte:— „komm jetzt nur und ſage uns ſchön, was die Zeichnungen alle zu bedeuten haben.“ Angelika ſtand ſtill und ſtumm da, ſie ſchien zu leiden. Zu ihrer Erlöſung erhob ſich eine Bewegung unter der Geſellſchaft, welche die Aufmerkſam⸗ keit von ihr abzog. Die Baronin kam mit einem Billet in der Hand und Beſtürzung auf dem Geſicht herein.
„Was ſollen wir thun?“— rief ſie—„wir haben teine Galathea; die kleine Cva iſt krank geworden und kann nicht kommen. Mein Gott, woher ſollen wir eine Galathea bekommen?“
Und ihre Augen ſchweiften fragend umher, blieben endlich auf Angelika haften und ſie begann gemeinſchaft⸗ lich mit Frau von Palmin dieſe mit Bitten zu beſtürmen, ſie möchte doch die Rolle der kleinen Eva übernehmen.


