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ſchwieg, ſo war eine gewiſſe ſtarre Strenge der haupt⸗ ſächlichſte Ausdruck ſeiner edlen Züge; aber wenn er ſprach, ſo verbreitete ſich Leben und Anmuth über ſie. Er wargroß und ſeine Geſtalt zeugte von Feſtigkeit und Kraft. In Haltung und Weſen hatte er etwas von einem römiſchen Feldherrn. Er war eivil gekleidet, allein mehrere Bänder und Orden zeigten, daß er Militär geweſen oder noch war. Ich konnke nicht mit Sicherheit entſcheiden, ob er näher an den Dreißigen oder an den Vierzigen war.
Unwillkürlich drängte ſich mir eine Vergleichung zwiſchen
ihm und Sr. Excellenz auf. Im Geſichte des Erſtern lag der Ernſt, welcher zeigt, daß Gedanke und Wille auf ein gewiſſes beſtimmtes Ziel gerichtet ſind, in dem des Letztern dagegen der Ernſt, welcher zuweilen angenommen wird, um die Leere des Gedankens und die Schlaffheit des Willens zu verdecken.
Mitten auf dem Sopha faß, mit dem Anſehen einer Kaiſerin, eine Dame in blauem Sammtkleid, mit einem Juwelendiadem, das auf der ſchönſten Stirne ſtrahlte. Der Ausdruckdes ſchönen, edeln Geſichtes war Stolz und Melancholie. Sie blickte um ſich, als fände ſie nichts, was ihrer Aufmerkſamkeit würdig wäre. Den Herren, die ſich um ſie ſammelten, gab ſie verſchiedene Befehle und Auſträge. Es ſchien ihr Vergnügen zu machen, die Leute iu Bewegung zu ſetzen; als ſie aber zu einer in der Ecke des Sophas ſitzenden Dame ſagte:„Ach Margarethe, liebe Margarethe, wo iſt mein Beutel?“ ſo antwortete dieſe: „Ei meine theure Freundin, der ſicht mich nicht viel an, ich ſitze jetzt gerade ſo gut da.“
Eine Minute darauf ging ſie indeß gleichwohl hin um das Verlangte zu ſuchen.
Ich war außerordentlich neugierig, den Namen dieſer ſchönen und ſonderbaren Damezu erfahren, als die Baro⸗ nin G, unſere artige Wirthin, ſich neben mich ſetzte, und vieler Güte über die ganze Geſellſchaft Auskunft ertheilte.
„Die ſchöne Dame mit dem Juwelendiadem“— ſagte
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