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nur muß ſie zugleich edel und geſchmackvoll ſein, nur muß ſie keine Mühe und Arbeit verrathen. Je feenarti⸗ ger ſich Alles in dieſer Salonwelt bewegt, um ſo leichter und froher hebt ſich meine Bruſt. Dieſes Gefühl ward mir in hohem Grade zu Theil, als ich in den pracht⸗ vollen Salon Sr. Erxcellenz G. trat. Nachdem er mich dem Wirth und der Wirthin vorgeſtellt, führte mich der Präſident zu einer ſchönen Dame, welche mit einem neben ihr ſtehenden Herrn im Geſpräch begriffen war, und ſagte:„Meine Tochter, Gräfin Auguſte H.“ Die junge Gräfin— eigentlich eine Stieftochter des Präſidenten— war noch in tiefe Trauer gekleidet und, wie ich erfuhr, ſeit einem Jahre Wittwe. Sie kegrüßte mich artig, aber mit etwas ſtolzer Herablaſſung, und unſer Bekomplimen⸗ tirungsgeſpräch war ſchnell zu Ende. Während ſie fich mit einer neben ihr ſitzenden Dame unterhielt, batte ich volle Muße, mich in der Geſellſchaft umzuſehen. Meine Blicke ſuchten zuerſt nach meinen Fräulein. Adelaide hatte einen wahren Hof um ſich, und beſonders bemühte ſich ein großer?, blonder, ſchöner, rothbackiger Kjunger Mann um ſie, der ſie von allen Seiten umſchwärmte und ganz ausſah, wie ein Verliebter, welcher den An⸗ genehmen ſpielen will. Mit einiger Unruhe betrachtete ich Adelaidens Weſen, das mir nicht ganz frei von Ge⸗ fallſucht ſchien; allein es lag ſo viel ächte Fröhlichkeit in ihren Augen und ſo viele natürliche Lebendigkeit in ihren Geberden, daß ich ungewiß blieb, ob meine Furcht gegründet ſei. Edla hatte ſich in eine Ecke des Zimmers geſetzt; ſie ſprach mit Niemand, und Niemand mit ihr. Sie ſah finſter und verſchloſſen aus. Die Kieinen ſpazier⸗ ten von Hand zu Hand und nahmen mit ächtem Kinder⸗ übermuthe einen allgemeinen Tribut von Schmeicheleien und Liebkoſungen entgegen. Denjenigen, die bei ihnen in Gunſt ſtanden, reichten ſie höchſt gnädig die Hand zum Kuſſe. Zunächſt fielen meine Blicke nun auf den Herrn, der ſo eben mit der Gräfin Auguſte geſprochen hatte und jetzt mit Sr. Execellenz G. ſprach. Wenn er


