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Die Töchter des Präsidenten : Erzählung einer Gouvernante / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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mich erröthend. Etwas Bezaubernderes glaubte ich in meinem ganzen Leben nicht geſehen zu haben.

Und da ſind meine lieben Kleinen, meine Nina und Mina, ſagte jetzt der Präſident, indem er zwei der lieblichſten Menſchengeſchöpfe von der Welt auf ſeine Axme nahm. Lichtlockig, blanängig, roſenmündig, zart gebaut, waren ſie einander ſo ähnlich, daß ich ſie Anfangs unmöglich unterſcheiden fonnte. Ich war entzückt über die ſchönen, kleinen Kinder, und hatte keinen ſehnlicheren Wunſch, als ſogleich ihre Bekanntſchaft zu machen. Der Präſident that all das Seine, um dies einzuleiten. Allein die Kleinen ſchmiegten ſich ernſt und ſchen an ihre Schwe⸗ ſtern, bis ich auf den Einfall fam, gewiſſe langbeinige, ſteifarmige Figuren, die ich mit einer Scheere aus Kar⸗ ten geſchnitten hatte, als Vermittler zwiſchen uns auf⸗ treten zu laſſen. Bei dieſem Anblick begannen die Klei⸗ nen munterer und zutraulicher zu werden, und bald ſah ich mich von ihren Wägelchen, Puppen und Schlöſſern umringt, auch vertrauten ſie mir an, daß ſie meine Naſe etwas groß finden, und mutheten mir zu, ihnen zu er⸗ klären, wie ſie ſo geworden ſei. Inzwiſchen betrachtete ich den Präſidenten und ſeine beiden ältern Töchter, die im Geſpräche begriffen waren. Adelaide erzählte ihrem Vater die Begebenheiten des Tags, was für Gäſte da⸗ geweſen und was auf den Tiſch gekommen. Edla fügte blos die eine oder andere Bemerkung zu ihren Worten, oder auch über ſie hinzu. Der Präſident wunderte ſich ſehr über die Zuſammenſetzung von jungen Hühnern und Blumenkohl. Ich konnte meine Augen nicht von Adelaide abwenden. Sie kam mir unbeſchreiblich ſchön und lie⸗ benswürdig vor. Ihr Geſicht war beinahe mehr rund als oval, die Stirne hoch und ſchön gewölbt, zwei große dunkelblaue Augen ſtrahlten von Freude und Seelengüte, die Naſe war klein und von der ſchönſten Form, auf Lippen und Wangen lagen die Roſen der Geſundheit. Ihr Lächeln, ja ihr ganzes Geſicht war ſo, wie wir zs uns bei einem Cherub denken. Ihre Figur war von

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