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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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Schickfal nicht gekannt. Und nun begann ich kurz den Verlauf der Sache zu erklären, wurde darin aber von dem Vikinger unterbrochen, der die Sache auf ſeine Weiſe auseinanderſetzte, ſo daß, wie ich glaube, Nie⸗ mand recht klug daraus wurde, obgleich alle, ſelbſt meine Stiefmutter ſichtbar gerührt und zufrieden waren.

Indeſſen ſchlug es acht Uhr, und der Vikinger mußte an Bord gehen. Es ſiel uns ſehr ſchwer, uns zu trennen.

Folge mir unter die Linden, bat er.Ich muß dir unter Gottes freiem Himmel noch einige Worte ſagen.

Ich folgte ihm unter die Linden, deren Gipfel von der Abendſonne vergoldet waren. Wir ſetzten uns auf eine Bank.

Es iſt ſchön hier! ſagte Brenner.Da drinnen wurde es mir zu enge, zu ſchwer, Abſchied von Dir zu nehmen. Ich werde Morgen auf dem freien Meere ſeyn, aber Du, Sophie! in einer engen, ſtillen Wohnung, und das meinetwegen.

Ich werde bei Deinen Kindern ſeyn, Wilhelm! ſagte ich.

Ich habe oft gehört, fuhr Brenner fort,wie Du vor dem Schweren, dem Drückenden, dem Mühſamen im Leben, vor dem Leiden Furcht äußerteſt Sophie! Ich fürchte, fürchte für Deine Stärke, Deine Standhaftigkeit!

Da kennſt Du mich nicht, Wilhelm! Erinnere Dich, daß ich aus dem Volke und dem Stamme des Waſaſtjerna bin. Und überdies das Leiden, das ich fürchte, iſt das Leiden, das die Seele feſſelt, aber nicht das Lei⸗ den, das ſie erhebt und adelt. Du haſt oft vom Leiden als von einem Adel, einer Schönheit geſprochen und ich fühle ſeit einiger Zeit, daß Du Recht haſt.

Du fühlſt alſo, daß Du dadurch leiden wirſt, daß Du mein geworden biſt?

Ja, Wilhelm! Denn ich weiß, daß Stürme und Gefahren mancherlei Art auf die in der Welt warten,