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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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Geſtehe nur, rief er aus,daß deine Philoſophie dich nicht viel nützt, wenn ſie dich nicht einmal hindert, dein Leben mit einem Seeränber zu wagen.

Die Philoſophie! rief ich aus.Sie gerade hat mich zu dir geführt!

Oh! bah! das höre ich nicht gerne. Bekenne, daß es die Liebe iſt, eine reine, göttliche, unvernünftige Liebe!

Nein! keine unvernünftige

Eine vernünftige Liebe alſo! Nun ſprichſt du vor⸗ trefflich. Wozu übrigens Complimente mit dem Worte machen? Es iſt ja das Schöpfungswort, meine Geliebte. Und eine rechte Zauberkraft beſitzeſt du blos durch dieſes Wort. Komm mir nur nicht mit der chriſtlichen Liebe, denn dann ſtürze ich mich oder dich in die See.

Es verſteht ſich, daß ich ihn einenHeiden und dergleichen mehr nannte. So ſprechend gelangten wir nach Hauſe.

Es fügte ſich ſo glücklich, daß wir meine Stiefmut⸗ ter, Selma und Lennartſon, Alle zuſammen im vordern Zimmer trafen. Der Vikinger riß die Thüre ſperrweit auf, und meine Hand in der ſeinigen haltend marſchirte er mitten in's Zimmer und rief, uns vor die drei Sitzen⸗ den hinpflanzend:

Gratulirt uns jetzt. Seht Ihr nicht, daß wir Braut und Bräutigam ſind?

Mit einem freudigen Rufe ſprang Lennartſon auf und ſchloß uns beide unter den herzlichſten Worten in die Arme. Auch Selma ſprang auf halb aus Schrecken, halb aus Freude und umarmte mich mit dem Ausrufe Sophie!

Unb meine Stiefmutter! Sie war ſo ergriffen, ſo frappirt, erſtaunt, daß ſie im Sopha ſitzen blieb und ich glaubte, der Schlag habe ſie getroffen.

Ich eilte auf ſie zu und küßte ihr die Hand und bat ſie herzlich, mir meine ſcheinbare Zurückhaltung zu verzeihen. Ich ſelbſt hätte noch vor zwei Stunden mein

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