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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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ſeinem auf einem Felſen erbauten Tempel, der ſich in der See ſpiegelte. Dumpf brauste hinter mir die Maſſe der Fahrenden, Reiter, Fußgänger, die in feſtlichen Kleidern nach dem Thiergarten hinausſtrömten. Ich dachte an den Landauer, der die Meinigen in die fröhliche, feine Welt hinausführte, die mich gerade noch inſtändig gebeten hat⸗ ten, einen Platz darin einzunehmen. Mein Herz ſank: es war, als ob unſichtbare Bande meine Füße feſſelten und mich zurückzögen.

Es war ein qualvoller Augenblick. Da begannen die Kirchenglocken zu läuten, und ſo wie der Ton der Tempelglocken im Alterthume Macht hatte, heidniſche Zau⸗ bergeiſter in die Flucht zu jagen, ſo wirkte er jetzt auf mich. Die hemmenden Banden fielen ab und ich ging aufgeregt, aber entſchloſſen, vorwärts. Und als ich hin⸗ eintrat in die grünenden Haine ein bejahrter Mann hat ſie gepflanzt und ſeinen Lebensabend damit verſchönert, ſeine Vaterſtadt zu verſchönern als ich das zarte Laub betrachtete und an die zarten Kinder dachte, da ward mir ruhiger und freier zu Muthe.

Erſt als die lange Reihe oder das Admiralitäts⸗ haus mich in ſeine dunkeln Schatten aufnahm, kam eine gewiſſe Schüchternheit wieder. Aber ſie war anderer Natur. Meine That war ungewöhnlich. Wie wird man ſie an⸗ ſehen, wie ſie beurtheilen? Und was wird Brenner ſelbſt?

Der Tauſend! ſagte ich endlich verdrießlich.Ich kümmere mich nichts um die ganze Welt! Ich will ja nur meinem Freunde Lebewohl ſagen:Honny soit qui mal y pense!

Brenner war nicht zu Hauſe. Er wurde erſt ſpäter erwartet. Das war mir lieb. Der Frau Trollmann, die mir mit dieſer Nachricht entgegenkam und die mir eben nicht wie eine gefährliche Zauberin ausſah, ſagte ich, daß ich hier warten wolle, bis Oberſt Brenner zurücktäme, in⸗ dem ich Wichtiges mit ihm zu ſprechen hätte. Ich wollte mich indeſſen des kleinen Wilhelm und der andern Kinder

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