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Den 16. Mai.
Briefe von Flora haben uns erheitert. Ihre Verän⸗ derung erweist ſich dauerhaft, ihre Stimmung zum Ver⸗ wundern feſt und heiter. Aber wie kann man ſich darü⸗ ber wundern? Hat der Himmel ſich über einem Menſchen geöffnet, oder hat ſein Gebet ihn aufgeſchloſſen, und iſt ein Steg entſtanden, auf dem Engel auf und nieder ſtei⸗ gen, ſo geht in demſelben auch eine unberechenhare Ver⸗ änderung vor ſich. Es regen ſich Kräfte, es geſchehen Of⸗ fenbarungen, vor denen ſelbſt die Weiſeſten und Beſten in Ehrfurcht ſich beugen müſſen. Die Menſchen zu erheben iſt auch der letzte Endzweck aller höheren Entwicklung. Dahin arbeitet der Staat mit ſeinen beſten Geſetzen und Einrichtungen.
Im Zwieſpalte mit dieſen gelangt er nie dahin, und wenn er dieß glaubt, ſo iſt er in Selbſttäuſchung befangen. Aber geheiligt und getragen von ihnen ſchwingt er ſich dahin empor, wo ſie ſich nahen. Ein neues Leben, ein neues Verhältniß bildet ſich dann, das unmittelbare Verhältniß zu dem ewig Gütigen, der gerne den Men⸗ ſchen Gaben geben will und die Gaben des Geiſtes nicht mit der Elle mißt. Dieſes Verhältniß möchte ich, vom menſchlichen Standpunkte aus, das kindliche nennen. Es iſt das innerſte des Lebens. Es kann von dem ein⸗ fültigen Menſchen erregt werden, wenn ſein Wille gut iſt, und nicht von dem größten Philoſophen, wenn er die höchſte Stufe auf der Leiter der Logik erſtiegen hat und nicht wie ein hülfebedürftiges Kind auf die Kniee niederfallen, und ſeinen und den Vater Aller anflehen kann.
Wie glücklich war heute Abend Lennartſon, als er mit ſeiner geliebten Selma und ihrer Mutter Plane für ihr künftiges Leben entwarf. Wie liebenswürdig war er in ſeiner Freude, in dem überſprudelnden Leben, dem er zum erſtenmale freien Lauf ließ, und meine Stiefmutter,


