266 gierten, ſiel uns die volltommne Uebereinſtimmung in un⸗ ſern Maßregeln und Anſichten auf. Uns Glück hierzu wünſchend forſchten wir nach der Urſache dieſer Ueberein⸗ ſtimmung und da zeigte es ſich, daß meine Stiefmutter, weil ſie immer blos rohaliſtiſche Zeitungen geleſen hatte, dazu gekommen war, in Etwas auf Seite der Oppoſition zu treten und daß wiederum ich, die ich blos Oppoſitions⸗ blättter las, allmälig der Regierung etwas geneigter ge⸗ worden war. Sehr erfreut durch dieſe Entdeckung und uns zu unſerer Selbſtſtändigkeit Glück wünſchend beſchloſ⸗ ſen wir, um künftighin gehörige„Balanre“ zu halten, uns die Blätter beider Parthieen zu halten. Zum Be⸗ ſchluſſe unſerer politiſchen Diſeuſſion ſpielten wir„Patience.“
Den 14. Mai.
Es müſſen Gerüchte von der Veränderung der Lage und der Ausſichten des Hauſes in die Welt gedrungen ſeyn, denn unſere„ſpasmodiſchen Bekannten“, die während der finſtern Periode durchaus Nichts von ſich hatten ſehen laſſen, zeigen ſich nun wieder, wie die Mücken im Sonnen⸗ ſcheine.
Gyllenlöf's und Silfverling's überſchwemmten uns
heute mit freundſchaftlichen Komplimenten. Als Lennart⸗
ſon kam, kannte die Freundſchaft gar keine Herzen mehr: man entwarf die kühnſten Pläne zu Herſtellung der in⸗ nigſten Freundſchaft für die Zukunft. Meine Stiefmutter war artig und ließ fünfe gerade ſeyn. Aber Selma nahm ihre Prinzeſſin⸗Miene an und antwortete auf Adele Gyl⸗ lenlöf's Verſicherungen ewiger Freundſchaft und Silfver⸗ ling's Anerbieten ziemlich kalt.
Die nicht„ſpasmodiſche“, ſondern trotz allen Verän⸗ derungen gegen uns gleich freundliche und gütige Signora Luna durfte geſtern in das neue, glückliche Verhältniß des
Hauſes blicken und ihre ſchönen Augen ſtrahlten vor Frende
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