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ſie die Hände zuſammen und verſucht zu ſeufzen, aber der Seufzer wird zum Lächeln und heitre Gedanken brechen ſich in ihrem Herzen mitten durch den ſtillen Ernſt Bahn, den ſie ſchicklicherweiſe annimmt. Sie redet bereits von der„wunderbaren Regierung der V orſehung und der Pflicht der Menſchen, ſich darein zu ergeben.“ Wann wird ſie wieder Muth faſſen, wieder den Fürſten Metter⸗ nich zu ſpielen?
Und ich, denn ich muß auch dabei ſeyn———— ich nehme Antheil, freue mich, hoffe und bin dankbar— —— aber innerlich bin ich nicht freudig, nicht ruhig. Ich bin in Sorgen wegen Wilhelm Brenner und unzufrie⸗ den mit mir.
Es gibt Menſchen, die aus edlen und achtungswer⸗ then Gründen unverheirathet bleiben: andre aber thun dies aus— egviftiſchen. Ich fühle, daß ich zu den letztern gehöre und fühle es mit Beſchämung. Man möchte gerne geliebt ſeyn, möchte gerne an der Flamme eines ed⸗ len Herzens ſich wärmen, ja auch wieder etwas Wärme dagegen geben, ſo viel wenigſtens, daß unſte Ruhe, unſer Gemüthszuſtand nicht geſtört wird. Aber um ſich zu einer Heirath zu entſchließen, wenn damit einige Sorge, einige Mühe für die Zukunft in Ausſicht ſteht, dazu hat man nicht den Muth, nicht die Tugend!
Indeſſen ſollte es mich wundern, wenn ich den Vi⸗ kinger vor ſeiner Abreiſe nicht mehr zu ſehen bekäme. Doch nein! Wozu mich verwundern. Will er nicht, ſo
will ich, und zce dque femme veut, Dieu le veut!““
Den 13. Mai.
Ein höchſt merkwürdiges Kabinets⸗Er⸗ eigniß zwiſchen meiner Stiefmutter und mir.
Während wir Nachmittags zuſammen den Staat re⸗ Friederike Bremer, Tagebuch. 18


