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herte und daran dachte, welche Veränderung hier ſich zu⸗ getragen und welche Neuigkeiten ich meinen Lieben brachte, da ſchien es mir, als wüchſen mir Flügel an Leib und Seele: Wind und Wellen und Menſchen und Kirchthürme und Straßenſteine und Himmel und Erde ſchienen in den Jubelgeſang meines Herzens einzuſtimmen:
„Und es hat geſiegt, das Gute!“
Wie will ich meine Stiefmutter überraſchen! Sie und Selma ſchlafen noch; ſie find ſpät erſt eingeſchlafen, ſagt Karin. Ungeduldig weile ich und vertreibe meine Unge⸗ duld durch Schreiben. Nicht mit dem Looſe eines Erzen⸗ gels möchte ich jetzt tauſchen, wenn er etwas Anderes zu thun hat, als ein Evangelium zu verkündigen.
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Den 10. Mai.
O Freude! Du ſchöner, himmliſcher Seraph! Wie ſchön, wie anbetungswerth biſt du da, wo du in einem thränenfenchten Auge aufgehſt und aus dem Blicke eines Sterbenden ſtrahlſt! Wie gut biſt du, wenn du dem Glück⸗ lichen und Edlen den Becher des Lebens füllſt und den Elenden, den Unglücklichen mit freudigen Erinnerungen bedeckſt und ſeine Schläfe mit Roſen bekränzeſt! Wie herrlich erſcheinſt du mir, wenn ich deinen leiſen Gang in den Seelen der Menſchen ſchaue! Oh, daß du ein We⸗ ſen wäreſt, das Gebete, das das Opfer des Herzbluts uns zuführt! Du müßteſt öfter auf der Erde er⸗ ſcheinen.
Aber vielleicht kämeſt du minder ſchön, minder ent⸗ zückend, wenn nicht die Trauer vor dir einhergings, ſo wie auch die Sonne nie ſchöner über die Erde blickt, als nach Regen und Sturm. Sind ſo nicht Schmerz und Freude des Lebens ein Flügelpaar, womit der Menſch ſich zur Heimath der Vollendung erhebt?


