„
258 mit ihm haben, und in dem Beſtreben ihm helfen wolle, dieſe Neigung zu überwinden, um ſeine Verpflichtungen gegen mich zu erfüllen. Deshalb wolle er auf einige Zeit freiwillig in die Verbannung gehen, bis er wieder frei ſich fühle und ein Herz mir bieten könne, das mehr als jetzt meiner werth und im Stande wäre, mich ſo glücklich zu machen, als es ſein Wille und Vorſatz ſey. „Wir haben Beide,“ ſchloß er,„uns auf unſerm Wege verirrt; aber der rechte ſteht uns noch offen. Laſſ' uns dieſen einſchlagen. Ich will Schweden in kurzer Zeit verlaſſen. Du ſollſt während meiner Abweſenheit mir ſchreiben und ich will Dir antworten. So werden wir uns immer klarer, und kommen einander näher. Wir trennen uns jetzt blos, um nach einiger Zeit um ſo in⸗ niger vereinigt zu werden. Wir werden, meine Flora, nicht in Falſchheit, ſondern in Wahrheit vereinigt werden. Darum habe ich Dir auch jetzt meine Seele offen dargelegt, wie ſie immer vor Dir daliegen ſoll, die ich meine Gattin zu nennen hoffe. Ich ſehe, daß ich Dich betrübt habe. Verzeihe mir das. Bleibe mir gut und vertraue auf mich. Ich werde Dich nicht hinter⸗
gehen!“
„So ſprach Lennartſon und drückte mich an ſein Herz. Und in dieſem Momente fühlte ich mein Herz ver⸗ wandelt. Oh! der Hochfinn und die Güte dieſes Mannes beſiegte alles Niedrige und Kleinliche in mir, erhob mich und zeigte mir meinen Weg. Ich bat Lennartſon um einige Tage Bedenkzeit und reiste nach Swartſſö, nicht um dem Flöten der Nachtigallen, ſondern der innern Stimme zu lauſchen, um mich zu ſammeln, zu beten!“
„Ach, Sophie! In dieſen Tagen und Rächten habe ich zum erſten Mal aus Herzensgrund gebetet und mich erhört gefühlt. Ich habe die Wahrheit des Ausſpruchs er⸗ fahren:„daß Gottes Kraft in den Schwachen mächtig iſt.“ In dieſen Tagen habe ich meinen Willen umge⸗ wandelt, meine guten Vorſätze geſtärkt, mein Gemüth
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