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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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„Um dieſe Zeit verfiel meine Mutter in eine ſchmerz⸗ hafte Krankheit, die in Tod ausging., Ich pflegte ſie zärtlich, und was alle meine Künſte, alle meine Gaben nicht hatten bewirken können, das bewirkte dieſe ſo na⸗ türliche Sache. Als Lennartſon ſah, wie ich meine Pflichten als Tochter erfüllte, wurde er zu mir hinge⸗ zogen; ich gewann ſeine Achtung wieder und ſein Herz ſchien dem Gefühle des meinigen entgegen zu kommen. Am Todtenbette meiner Mutter drückte er die Waiſe an ſeine Bruſt, legte ſeine Hand in die meinige und wir legten ein feierliches Gelübde ab.“

„Was nun folgt, weißt Du. Lennartſon wurde zu ſeinem Vater gerufen und reiste mit ihm in's Ausland. Ein Teſtament machte mich reich und St. Orme kam wieder und ließ mich die Schlinge fühlen, in der ich mich ſelbſt gefangen hatte. Ich liebte jetzt Lennartſon und in mir würde ein neues Leben erwacht ſeyn. Aber er war weg, als St. Orme zurückkam. Und dieſer er⸗ hielt wieder einen Theil ſeiner frühern Gewalt, ſeines ſchädlichen Einfluſſes auf mich. Sein verwegner Wille und ſeine Kraft imponirten mir wieder und er ſchmeichelte meiner noch nicht erloſchnen Neigung für das Vergnügen und die Siege der Eitelkeit. Als Lennartſon zurückkam, nahm er den Secepter wieder und der Stern St. Orme's erblaßte. Aber es ſtand nicht mehr in meiner Macht, mich von ihm loszureißen; ich war in ſeiner Gewalt und Bitten und Drohungen waren gleich ohnmächtig. Da entſtand Haß und Fluch in meinem Herzen gegen

ihn, und um ſo ſtärker, je mehr ich mich überzeugte, daß

er nicht mich, ſondern mein Vermögen gewinnen wolle. Doch Du weißt das Alles; Du kennſt meine Kämpfe, weißt wie der Sieg in dem Augenblicke gewonnen wurde, wo Alles verloren ſchien, und ich will das nicht wieder⸗ holen. Aber weißt Du auch, Sophie, bis zu welchem Grade der Sieg in dieſem Augenblicke mein iſt?“

„Was willſt Du damit ſagen?“

„Ich will ſagen, daß in dieſem Augenblicke Nichts

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