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konnte mich nicht enthalten, einige ernſte, tadelnde Worte über Flora beizufügen.
„Ach!“ ſeufzte Selma.„Es iſt freilich ſeltſam, und ich verſtehe es nicht. Aber Alles wird einmal ſich auf⸗ klären, und Flora auch. Ich habe immer viel auf ſie gehalten!“ Und dabei fing ſie bitterlich an zu weinen.
Ich verließ meine Stiefmutter, die Selma beim Scheine der Lampe vorlas, und begab mich auf mein Zimmer. Ich ſehnte mich, allein zu ſeyn. Und hier ſitze ich nun und habe das Vorſtehende aufgez eichnet bei dem dumpfen Geraſſel d e Wmen, die übe ie Norr⸗ brücke auf's Schloß piit⸗i Es iſt Mitternacht und Alles ſtille in den Straßen. Aus den Fenſtern des Schloſſes leuchtet brandgelbes Licht in die dämmerige Maiennacht: — Dort befinden ſich die großen Pruntzimmer. Und denke ich an die verſchiedenen Scenen dort und hier, denke ich mir Flora, ſtrahlend vor Freude und Schön⸗ heit, geehrt und begrüßt als Lennart püs Braut, wäh⸗ rend ſie ihre tie tund ihre Freundin, ihre Retterin einem Leben voll(Entſagung zur Be ite wer⸗ den läßt;— dann werde ich in meinem Herzen erbittert gegen ſie, und ich fühle, daß es mit dem Haſſe, den wir eine Weile ſpielten, Ernſt geworden iſt. Stände ſie in dieſem Augenblicke vor mir, ſie ſollte Worte hören, die ihre Stirne mit Schaam bedecken, die vor ihr ſelbſt ſte ſchaudern machen würden, und——— früher oder ſpäler ſoll ſie ſolche Worte hören.
Den 4. Mai.
Das Anhalten eines Wagens vor unſerer Hausthüre und eine leichte Bewegung, die darauf in demſelben ent⸗ ſtand, unterbrachen mich in meinen Gedanken. Gleich darauf hörte ich leiſe Tritte die Treppe heraufkommen, die zu meinem und Floya's Zimmer führt.
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