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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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ruhig zu ſeyn und ihn machen zu laſſen. Er werde ſich bemühen, Alles auf's Beſte zu ordnen.

Der Abſchied ſchien ihm nun ſchwer zu werden. Lange hielt er Selma's Hand in der ſeinigen, und ſchien Etwas ſagen zu wollen. Doch blos ſeine Augen ſpra⸗ chen—, eine ſtumme, aber ausdrucksvolle Sprache. End⸗ lich drückte er ihre Hand ehrfurchtsvoll an ſeine Lippen, verneigte ſich und ging.

Und Selma! Sie ſtand da ſo ruhig, ſo ſchön in weiblicher Würde, glücklich mitten im Unglück ihren Werth zu fühlen, und ihn von einem ſolchen Manne anerkannt zu ſehen. Und dies erhob ſie in dieſem Augenblicke über jede Verlegenheit, über allen Schmerz. Auch ſchlug ſie nicht die Augen nieder vor ſeinem beredten Blicke, ſondern begegnete demſelben freundlich und innig.—— —— Sie ſcheute ſich nicht, ihn in die Tiefe ihrer Seele ſchauen zu laſſen. Sie weiß, daß er groß genug iſt, das Gefühl zu ſehen, das darin für ihn lebt, ohne ſie zu verkennen, ohne ſelbſt aus ſeiner Bahn gebracht zu werden. So ſtanden ſie voll göttlichen Vertrauens zu einander da.

Aber der Auftritt war doch für Selma's noch ſchwache Geſundheit zu ſtark geweſen. Mit Lennartſons Abgang war auch ihre Kraft dahin und ſie ſank mir ohnmächtig in die Arme. Vielleicht fand ſie, wie auch ich, in Len⸗ nartſons ſtummem Abſchiede eine beſondere Bedeutung. Vielleicht iſt es wahr, was das Gerücht ſagt, daß er dieſen Abend im Schloſſe als Flora's Bräutigam auf⸗ treten will, und daß Beide die Glückwünſche des Hofes und der übrigen Welt empfangen werden. Selma fragte mich, während ich ſie zu Bette brachte, ob ich Etwas von Flora wiſſe.

Ich gab zur Antwort, daß ich gehört hätte, ſie wäre als heute von ihrem Ausfluge nach Swartſjö zurückgekom⸗ men und werde dem Balle im Schloſſe anwohnen. Ich Friederike Bremer, Tagebuch. 17