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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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Der Philoſoph meldete:„Baron Lennartſon.“

Selma erblaßte unb ſtand ſichtbar zitternd auf. Ich fragte ſie, ob ſie nicht auf ihr Zimmer gehen und eine Weile ruhen wolle.

„Nein!“ entgegnete ſie.„Ich fühle mich ſtark ge⸗ nug, ihn zu ſehen. Ueberdies iſt ja meine Mutter und meine Sophie bei mir.“

Mit einem Ausrufe freudiger Ueberraſchung ging Lennartſon, als er Selma erblickte, auf ſie zu. Sie reichte ihm die Hand, die er lebhaft ergriff; aber Beide waren zu ſehr aufgeregt, als daß ſie hätten ſogleich ſprechen können. Selma brach zuerſt das Schweigen, indem ſie mit ziemlich feſter Stimme ſagte:

„Wir haben Ihnen für ſo Vieles, ſo unendlich Vie⸗ les zu danken;———— Wie gttig ſind Sie, daß Sie auch in dieſer Verlegenheit uns beiſtehen wollen!“—

Wir kamen nun Selma zu Hilfe und erzählten Len⸗ nartſon, von was wir ſo eben geſprochen hatten. Len⸗ nartſon ſchien froh zu ſeyn, daß er mit Selma offen von dem Stande der Sachen ſprechen konnte, und wies ihr ein von ihm niedergeſetztes Verzeichniß, wornach es ſchei⸗ nen will, als ſtänden die Sachen weit beſſer, als man zuerſt glaubte.

Als er vernahm, Selma wolle ihre Gemälde ver⸗ kaufen, ſtutzte er; denn er wußte, wie theuer ſie ihr wa⸗ ren, auch um desjenigen willen, der ſie geſammelt und ihr zum Geſchenke gemacht hatte, wegen ihres theuren Vaters. Er gab jedoch zu, daß durch dieſen Verkauf die Angelegenheiten am ſchnellſten und ſicherſten zu be⸗ reinigen ſehen, und ſagte, er wiſſe einen Liebhaber dazu. (Ich müßte mich ſehr täuſchen, wenn nicht der Freiherr ſelbſt dieſer Liebhaber wäre. Ich meinte es ihm anzu⸗

ſehen.) Im Uebrigen bat er meine Stiefmutter und Selma,

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