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„ch will ſehen, ob Brenner vor ſeiner Abreiſe mich nicht mehr ſehen will!
Den 3. Mai.
Hente konnte Selma zum erſtenmale die milde, er⸗
quickende Frühlingsluft genießen, die ſo linde durch das Fen⸗
ſter in das Kabinet meiner Stiefmutter eindrang. Eine Lerche ſchwang ſich jubelnd über den Strom in den blauen Aether auf; weiße Segel glitten langſam auf dem Rid⸗ dersſiord dahin und die Berge an ſeinen ufern kleideten ſich in Grun. Selma ſah dies alles an und lächelte. Thränen in den Augen, ſagte ſie:
„Wie iſt Alles ſo ſchön! Was iſt das Leben ſo ſchön und gut!“ Sie bot meiner Stiefmutter und mir, die wir neben ihr ſaßen, die Hand und fuhr dann, uns aufmerkſam anblickend, fort:„Warum ſo ernſthaft, warum ſo feierlich, als wäre die Rede von meiner Beer⸗ digung. Ich bin geſund, es iſt Frühling, wir wollen uns freuen!“
Plötzlich ſtand meine Stiefmutter auf und wollte weg⸗ gehen, um ihre Rührung zu verbergen. Allein Selma hielt ſie am Kleide zurück und rief, ſie umarmend, aus:
„Nein! liebe Mama! Bleibe! Wir können jetzt offen mit einander reden, ich kann nun Alles hören und ich will wiſſen, was Denen, die ich liebe, ein ſo ängſtliches Ausſe⸗
hen gibt. Und vielleicht iſt es mir nichts Unerwartetes!
Vielleicht ahne ich es längſt ſchon. Sage mir, ſage es offen, hat St. Orme uns betrogen? Stehen unſere An⸗ gelegenheiten ſchlimm? Mit Einem Worte: ſind wir arm
„Ja, wir ſind arm, mein liebes Kind!“ antworkete
mein das K ſie m ter ſ
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