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„Ja, die armen Kleinen haben das Scharlachfieber gehabt und die beiden jüngern ſollen noch ſehr übel auf ſeyn, namentlich der lahme Knabe. Nun, dem ginge es gut, wenn unſer Herr ihn zu ſich nähme.“
„Armer Vater!“ ſeufzte ich.
„Ja, der arme Mann!“ wiederholte Fräulein P. „Und nun vollends genöthigt zu ſeyn, bei dieſem Elende die Heimath zu verlaſſen! Auch ſoll er ausſehen, als ob er nicht ein⸗, ſondern zweimal begraben wäre!“
„Aber ſagen Sie mir doch im Vertrauen, mein lie⸗ bes Fräulein,“ flüſterte Frau von R. vertraulich,„wann wird denn die große, die merkwürdige Verlobung hier er⸗ erklärt?“
Ich bekannte meine völlige Unwiſſenheit in dieſer Sache.
„Je bälder es geſchieht,“ fuhr Frau von R. fort, „um ſo beſſer iſt es für Flora, weil dadurch die Leute zum Schweigen gebracht werden, die behaupten, es werde gar nichts daraus. Einige Zeit lang ging ein ſonderbares Gerücht um. Und man wird ſo bös angelaſſen von den vorwitzigen Leuten, die meinen, ich müßte etwas davon wiſ⸗ ſen, was hier vorgeht, da ich ſo bekannt bin im Hauſe, daß ich, faſt hätte ich geſagt, jeden Seſſel lieb habe; ja man macht mir wirklich Vorwürfe, daß ich nicht beſſer un⸗ terrichtet bin..... Aber ich bin ſo unglücklich, gar nicht neugierig zu ſeyn! Von dieſer Sache jedoch möchte ich wohl, ich geſtehe es, gerne etwas Nachricht haben, um Flora und meiner guten Freundin, der Frau Adelan wegen.“
ſeyn, oder war ich nicht mittheilend? Sie erfuhr von mir nichts. Und die Wahrheit zu geſtehen: ich war durch das, was ich von Brenner's Verhältniſſen gehört hatte, zu ein⸗ genommen, als daß ich von andern Sachen noch hätte hören ſprechen mögen.
War Frau von R. ſo unglücklich, nicht neugierig zu


