Den 1. Mai. Nachmittags.
Die Kommerzienräthinnen! und ſo vollgepropft mit, Neuigfeiten, daß ſie nicht nur aus dem Halſe darnach ro⸗ chen, ſondern daß ſie ihnen ſogar zum Munde heraushingen.
Einen Hauptgegenſtand bildete das Gerücht von Flo⸗ ra's Vermählung, nicht mit St. Orme, ſondern mit Len⸗ nartſon. Einen andern der Ball, der übermorgen im Schloſſe gegeben werden ſollte; einen dritten die Spazier⸗ gänge im Thiergarten an den ſchönen Mittagen und einen vierten, daß Brenner ſein ganzes erſpartes Vermögen ein⸗ gebüßt habe, nach den Küſten des Mittelmeers unter Se⸗ gel gehen und lange Zeit ausbleiben werde. Sie wußten genau, wie er ſein Hausweſen während ſeiner langen Ab⸗ weſenheit einrichten wolle und zeigten dafür viele Sorge.
Der älteſte Knabe ſollte in die Waiſenhausſchule kom⸗ men. Als Vorſtand ſeines Hausweſens und zur Pflege
ſeiner andern Kinder hatte er eine gewiſſe Frau Troll⸗
mann angenommen, allerdings„eine beſcheidene und gefäl⸗ lige Perſon, aber eine arge Kaffeeſchweſter, die Tag und Nacht Kaffee braut und dabei die ſtärkſte Plaudertaſche von der Welt iſt. Und was die Haushaltung betrifft, ſo kann man ſich voiſtellen, wie das gehen wird, wenn man weiß,
daß, als der ſelige Trollmann noch lebte, nie im Hauſe
gebacken, ſondern alles Brod aus einem Bäckerladen geholt wurde. Und es waren vier Kinder und zwei Mägde im Hauſe!!! Man kann denken, wie das zugehen wird.“ „Es ſeye ihnen unbegreiflich, wie der Oberſt Brenner eine ſolche Perſon in ſein Haus bringen möge. Allerdings habe ſie ſich gleichſam aufgedrängt, indem ſie während der Krankheit ſeiner Kinder als Nachbarin ſo dienſtfertig und ſo fürforglich für ſeine Kinder geweſen wäre.“ „Sind die Kinder krank geweſen?“ rief ich.
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