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zwungen geſehen habe, Anlehen zu machen, werde in vnendliche Sorgen kommen! Ich habe dieſes nicht um St. Orme verdient! Doch würde mich das nicht ſo ſehr beunruhigen, träfe es mich allein. Aber das verbittert
es mir ſo, daß mein gutes, braves Mädchen genöthigt
wird, in Mangel und unter Entbehrungen zu leben. Nein, möge ſie— faſt lieber zu unſerm Herrn kommen, wenn es ſein Wille iſt.— Zwar bin ich dann erſt ein⸗ ſam, recht verlaſſen in meinen alten Tagen!“— Große Thränen rannen über die blaſſen Wangen meiner Stief⸗ mutter. Sie trocknete ſie mit dem Zipfel ihres ſeidenen Shawls ab. Dies zerriß mir vollends das Herz. Zu den Füßen meiner Stiefmutter beſchwor ich ſie, Alles,
was ich beſäße, als ihr Eigenthum zu betrachten und
mir Tochterrecht in ihrem Herzen zu ſchenken. Nie würde ich ſie, wenn Selma ſtürbe, verlaſſen.
Sie dankte, ſie umarmte mich, aber— aber ſchien doch wenig Troſt an dem zu finden, was ich ihr anbot. Selma's Wiedererwachen zum Leben verſcheuchte eine Zeit lang allen Kummer und die Freude herrſchte allein. Aber bald zeigten ſich die Nachtvögel wieder.
Der Philoſoph ſieht ſelig aus und wirft mir ſo ver⸗ klärte Blicke zu, daß ich nicht umhin kann, ſie zu be⸗ antworten.
Den 24. April.
Auch der Vikinger, der ehrliche, warmblutige Wil⸗ helm Brenner iſt von St. Orme betrogen und faſt zu Grunde gerichtet. Und ſeine Kinder! Mein Herz blutet für ihn und fühlt es bitter, daß er nicht mehr zu uns kommt.


