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Den 20. April früh⸗
Die Nacht iſt vorüber; aber welche Nacht! Selma war keinen Angenblick ruhig. Dieſelben Phantaſten kehr⸗ ten, obgleich unter verſchiedenen Formen, wieder und nur zu gut kenne ich jetzt ihren Grund. Oh, mein armes Schweſterchen! Gegen Morgen hat ſie Myrthen und Blu⸗ men verlangt und einen Kranz zu binden angefangen, den ſie„Flora's Brautkranz“ nennt. Eifrig hält ſie bei dieſer Arbeit aus; aber bisweilen ſinken die Hände kraftlos nie⸗ der und ſie kommt zu keinem Ende. Auch ftöhliche Lieder fängt ſie an zu ſingen, beendigt aber keines. Meine arme Stiefmutter geht in ſtummer Angſt mit den Augen fra⸗ gend:„Wie ſteht es? Wie wird es enden?“ Flora iſt, nachdem ſie die Nacht mit mir gewacht hatte, zu ihrer Schweſter gefahren. Ich habe ſo eben an Brenner geſchrie⸗ ben und verlaſſe das Zimmer meiner Selma, wo ich auch dieſes ſchreibe, nicht mehr.
Abends.
Immer gleich. Selma bindet fortwährend an ihrem Kranze und klagt, daß er nicht fertig werden will. Dok⸗ tor L. ſieht beſorgt aus und ſpricht davon, ihr das Haar abzuſchneiden. Das ſchöne Haar!
Lennartſon war ſchon mehreremal hier, ſich nach ihr zu erkundigen. Man hat in der Nacht vor dem Hauſe Stroh geſtreut, um das Raſſeln der Räder zu dämpfen. Das wird Lennartſons Werk ſeyn. Auch Brenner war hier; ich ſah ihn nicht.
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