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ſetzten. Ich bat ihn inſtändig, wenigſtens dieſen Tag noch ruhig ſich zu verhalten und bis auf Weitres zu warten. Ich mußte verſprechen, ihm am andern Mor⸗ gen frühe ſchreiben zu wollen. Nach dieſem Verſprechen entfernte ſich Brenner und ich ging mit Selma zu Flora.
Haſtig und mit ſich ſelbſt redend ging ſie in ihrem Zimmer auf und ab, und ſchien uns nicht zu beobachten.
„Es iſt herrlich, es iſt herrlich!“ rief ſie.„Alles iſt
nun abgemacht und alle Wahl, alle Qual vorbei. Er hat das Spiel gewonnen. Aber freue dich nicht! Du haſt mir zwar eine Zukunft verſchloſſen, aber dafür eine andere aufgeſchloſſen. Ich werde ein neues Ziel, ein neues Intereſſe im Leben haben. Das iſt: dich zu peinigen, zu quälen, zu ſtrafen!“
„Flora!“ rief Selma mit einem unbeſchreiblichen Ausdruck von Zärtlichkeit und Schmerz.
„Ja,“ fuhr ſie fort,„er ſoll erfahren, wen er be⸗ zwungen hat. Ha! Adrian St. Orme! Wir wollen ſehen! Lange habe ich geſchwankt zwiſchen Himmel und Hölle— die Hölle hat gewonnen. Nun wohl! Ich will da in die Schule gehen. Ich werde erfahren in ih⸗
ren Künſten werden, erfahrener als er. In dergleichen
wird ein Weib immer geſchickter, als ein Mann!“
„Flora! Flora!“ rief Selma weiter.
„Wer ruft Flora!“ rief dieſe wild.„Iſt es mein gu⸗ ter Engel, ſo wiſſe er, daß er zu ſpät kommt. Ich will ihn nicht mehr hören. Ich habe Andres zu thun. Mag er mich verfluchen oder über mich weinen— es gilt gleich, ich frage nichts darnach. Mein einziges Gefühl, mein einziger Gedanke iſt Haß und Rache. Ach! daß ich mich rächen könnte!“
Sie blieb eine Weile ſtehen, als beſinne ſie ſich auf Etwas; klatſchte dann in die Hände und rief:
„Ich habe es, ich habe es. Er glanbt, Geld mit mir zu erhalten. Er ſoll ſich täuſchen. Ich will eine Verſchwenderin, eine Spielerin werden, ich will auf alle


