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blieb den Abend bei Frau Ritterſwärd. Selma erfuhr nun theilweiſe, was vorgefallen war und hörte es mit Verwunderung und Unruhe. Am meiſten jedoch ſchien ſie ſich darüber zu verwundern, daß Flora nicht früher ihr Herz geöffnet und den Ihrigen und Lennartſon Alles anvertraut hätte. Als ſie Lennartſons letzte Worte ver⸗ nahm, wurde ſie beſtürzt, und rief:
„In Gutem oder Böſem, Flora! Und Du haſt ihn mit dieſem Entſchluſſe gehen laſſen? Du ſetzeſt ſein Leben auf's Spiel!“
„Gott und Herr! Wäre es möglich!“ ſchrie Flora. „Daran habe ich nicht gedacht! Doch nein! St. Orme wird es nicht wagen!“————
„St. Orme wird Alles daran ſetzen, Dich zu be⸗ kommen, Lennartſon Alles, Dich zu erlöſen. St. Orme iſt als glücklicher Duellant bekannt. Lennartſon fürchtet keine Gefahr, und ich weiß, in manchen Fällen ſieht er ein Duell—————— Flora! Flora! was haſt Du gethan?“
„Und was ſollte ich thun? Soll ich mich aufopfern?“ fragte Flora finſter.
In Verzweiflung rang Selma die Hände.
„Zu allem Glück,“ fuhr Flora fort,„iſt St. Orme jetzt nicht in Stockholm und————“
„Chassé d'Affairen St. Orme iſt außen und bittet um eine Unterredung mit Fräulein Flora“ meldete jetzt der Philoſoph mit ſeiner unterirdiſchen Stimme.
Flora erblaßte. Ich glaube, wir Alle erblaßten.
„Gehe, Flora, gehe!“ bat Selma faſt gebieteriſch, ————„gehe und rede mit ihm. Suche es zu
verhüten, daß ſie ſich begegnen—„——— rette, reite
Lennartſon!“
Flora ſah Selma abermals mit einem finſtern Blicke an und wandte ſich dann an mich, indem ſie ſagte: Friederike Bremer, Tagebuch. 15


