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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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ſeine Anſprüche geltend. Er hatte Flora vergeſſen, aber er erinnerte ſich— der reichen Erbin. Und ich fühlte wohl, daß er nicht mein Herz, daß er meinen— Reich⸗ thum will. Ich liebte ihn nicht mehr, aber— aber ich mußte ihn ſchonen, und in Gutem auf ſein hartes Herz wirken, um jene unvorſichtigen, unglücklichen Briefe zurück zu erhalten, die er in Händen hatte und die er unedel genug gegen mich zu gebrauchen drohte, wenn ich nicht meine Verbindung mit Dir abbräche und ihm meine Hand geben wollte. Dieß, Lennartſon, iſt das ganze Geheimniß der Monate langen geheimen Kämpfe und Widerſprüche in meinem Weſen. Lange hoffte ich über ihn zu ſiegen; lange habe ich gekämpft— aber dieſe Stunde zeigt mir, daß Alles vergeblich war. St. Orme hat mich auf's Aeußerſte, hat mich zu dem Bekenntniß deſſen getrieben, was mein Stolz, meine weibliche Scham, meine Liebe zu Dir, Lennartſon, mehr als den Tod mich ſcheuen ließ. Und jetzt, da Alles geſagt, da dieſe Laſt mir vom Herzen gewälzt iſt,— jetzt wundre ich mich faſt, daß ich ſie ſo ſchrecklich habe fühlen können. Denn Lennartſon! Du kannſt eine jugend⸗ liche Unvorſichtigkeit nicht für ſo groß anſehen———— Du kannſt um einiger alberner Briefe willen mich nicht verdammen, mir nicht Deine Liebe entziehen?!“

„Haſt Du Alles geſagt, Flora. Alles?!“

„Alles habe ich geſagt!“

„Lebewohl, Flora.“ Er reichte ihr die Hand. Sie aber hielt ſie feſt, indem ſie ängſtlich rief:

„Wohin? Aus Barmherzigkeit, aus Gnade ſage mir, was Du thuſt? was Du willſt?“

„In Gutem oder Böſem dieſe Briefe aus St. Orme's Händen wieder in die Deinigen bringen.“

„Lennartſon, Du biſt mein rettender Engel!“ rief Flora, ſich vor ihm auf die Kniee werfend. Lennartſon war ſchon fort.

„Selma kam— allein nach Hauſe. Ihre Mutter

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