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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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Orme vermählen und ihm nach Konſtantinopel folgen, wohin er kommenden Frühling als Miniſter abgeht. Kann dieß möglich ſeyn?“—„Ich weiß wahrlich nicht,“ ant⸗ wortete ich, mit einem Blicke auf Flora.

Flora erblaßte.„Die Klapperſchlange iſt nahe,“ flüſterte ſie für ſich hin,„ich höre ſie kommen!“

„Ach! warum ſoll man Nichts von Sachen wiſſen, die ſo offen vorliegen?“ ſagte halb ungeduldig, halb ſcher⸗ zend die Gräfin G..„Ich wollte wetten, Flora weiß eigent⸗ lich ſelbſt nicht, ob ſie oder mit wem fie verlobt iſt. Aber

das verſichre ich, daß ich Alles thun will, was in meiner

ſteht, damit das Gerücht die Unwahrheit geſagt haben ſoll. Flora iſt meine leibliche Couſine, ich bin Flora gut und will nicht, daß ſie unglücklich werden ſoll. Und unglück⸗ lich wird ſie mit St. Orme. Er iſt ein ſchlechter Menſch,

ich weiß es. Seine erſte Frau opferte er hin und wird es

mit der zweiten ebenſo machen, denn— glaubt mir das — Nichts richtet den Menſchen eher an Leib und Seele zu Grunde, als eine unglückliche Ehe.“

Die ſchönen Augen der Gräfin G... füllten ſich bei dieſen Worten mit Thränen. In dieſem Momente hörten wir, wie einige Thüren heftig aufgeriſſen wurden, und ſtolze Schritte durch die Zimmer uns nahten, und bald trat der große Alexander in das Zimmer, wo wir wa⸗ ren. Nachdem er Flora und mich leicht gegrüßt hatte, wandte er ſich an ſeine Frau und ſagte mit gebieteriſcher Miene:

„Ich glaubte, meine Beſte, Du hätteſt gehört, wie ich heute früh ſagte, daß ich wünſchte, Du ſollteſt am Nach⸗ mittage nicht ausgehen, ſr zu Hauſe ſeyn, wenn ich von dem Mittageſſen bei QO—s heim käme.“

mein beſter Freund, das hatte ich ganz vergeſ⸗ ſen. Ich hielt die Sache nicht für ſo wichtig.“

„Wichtig? Es iſt juſt nicht meine Gewohnheit, Etwas ohne Grund zu wollen und was ich heute Morgen ſprach,

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