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Selma ſondere
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Freundſchaft für Kranke, betrachte ſie als meine Kinder, und behandle ſie auf eine Art, die ihnen in der Regel wohl thut. Es machte mir deßhalb Freude, bei Flora zu bleiben, und während ich zärtlich und fröhlich für ſie be⸗ ſorgt war, und wir verſchiedenes Schreckliche über unſern Haß plauderten, näherten wir uns gegenſeitig mehr, als je ſeither. Des Nachmittags las ich ihr, während ſie auf dem Sopha des innern Zimmers ruhte, vor. Bei einer Pauſe, die ich machte, um auszuruhen, ſagte Flora:
„Du biſt doch gar gut gegen mich, Sophie, und wenn ich einmal gut, das heißt ruhig und zufrieden werde, ſo werde ich Dir vielleicht danken können, was ich jetzt nicht kann.———— Ich bin kein ſchlechtes Mädchen, aber man kann außer ſich kommen und wahnſinnig werden, wenn man gehetzt und verfolgt wird, wie ich ſeit einiger Zeit gehetzt wurde. Haſt Du nicht eine große Ver⸗ änderung fit einigen Tagen an mir bemerkt?! Das kommt daher, weil mein Verfolger mich in Ruhe läßt. Ich weiß ſeit einiger Zeit Nichts von ihm; ich weiß nicht——— wäre es wohl möglich, daß er mich auf immer verlaſſen hätte?—— daß ich erlöst wäre? Ach! daß es ſo wäre! Du ſollteſt ein neues————“
„Wie geht es?“ fragte eine klare freundliche Stimme, und Signora Luna zeigte ihr ſchönes Angeſicht in der Thüre. Sie iſt immer ein willkommener Gaſt, und obgleich ich ſie für den Augenblick— in den Mond wünſchte, weil ſie ein Geplauder unterbrach, das für mich großes Intereſſe zu bekommen verſprach, ſo wurde ſie doch wie gewöhnlich empfangen. Sie warf ſich bequem in eine Ecke des Sopha und fuhr mit freundlicher Geſchwätzigkeit fort:
„Es iſt mir angenehm, daß ich Euch beide gerade allein antreffe. Ich will mich für den Mittag hier nie⸗ derlaſſen und von dem und jenem aus dem Herzen ſpre⸗ chen. Wißt Ihr wohl, welche Gerüchte in der Stadt um⸗ gehen?“—„Ueber was? Ueber wen?“ fragte ich.
„Ueber Flora. Man ſagt, ſie werde ſich mit St.


