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Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
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war wohl bedacht und hatte ſeine guten Gründe. Der Entſchluß eines Mannes darf nicht durch Weiberlaune geſtört werden, daher hoffe ich, daß Du ſo gut ſeyn und mir ſogleich nach Hauſe folgen wirſt.“

„Mein beſter Aler! Laß mich nun ruhig hier, nach⸗ dem ich doch einmal da bin. Ich ſitze hier ſo vortrefflich und habe mit meinen Freundinnen etwas Wichtiges zu ſprechen. Wenn dies geſchehen iſt, werde ich nach Hauſe zu Dir kommen. Laß mich nur einmal in der Welt nach meinem Willen handeln.“

„Nein, um Alles nicht! Du wirſt ſo gut ſeyn, und ſogleich mit mir kommen. Und wenn Du durchaus einen guten Grund dafür haben willſt, hier iſt er: ich will es tout simplement!“

„Aber ich habe auch einen Willen,“ rief Signora in plötzlich auflodernder Energie, indem ihre Augen wirkliche Mondſteine ſchleuderten.„Bis jetzt iſt er betäubt geweſen und hat geſchlummert, aber wenn Du mich zwingſt, ihn zu gebrauchen, ſo mag er leicht ſtärker werden, als der Deinige. Und nun will ich hier bleiben und werde nicht eher gehen, als bis ich will. Und willigſt Du nicht in dieſe Entſcheidung, ſo werde ich bald eine ſimple Scheidung ſuchen.“

Der große Alerander war ſichtbar und außerordentlich beſtürzt über dieſen ganz unverhofften Ausbruch eines Wil⸗ lens und einer Leidenſchaft bei ſeiner gewöhnlich ganz paſ⸗ ſiven Gattin. Es ſchien ihm bange zu werden, und etwas von Weiberlaune und Ungereimtheit murmelnd zog er ſich zurück.

Kaum war er fort, ſo trat Lennartſon ein. Die Gräfin G. wollte den aufgeregten Zuſtand, worin ſie ſich befand, nicht vor ihm zeigen und begab ſich deßhalb in ein anderes Zimmer. Hier, nachdem ſie ſich beruhigt hatte, ſagte ſie mir:

„Es iſt wohl das Beſte, wenn ich nach einer Weile nach Hauſe gehe. Ich will ihn nicht ernſtlich böſe machen,