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halb rigen. rtſon blickte ete ſie
61 ernſt, obwohl ſichtbar gerührt.—„Flora,“ ſagte er wieder, „wie ſoll ich Dich verſtehen?“
„Kannſt Du Dich nicht auf mich verlaſſen, nicht an mich glauben, obwohl Du mich nicht verſtehſt?“
Er erwiederte nichts, küßte ihr aber wiederholt die Hand; und abermals wechſelten ſie einige Worte, welche ich nicht verſtand. Als Lennartſon aufſtand, ſtanden Thrä⸗ nen in ſeinen Augen. Er machte uns eine ſtumme Ver⸗ beugung und entfernte ſich.
Ziemlich lange Zeit ſaß Flora ſchweigend da, das Geſicht in ihr Taſchentuch gehüllt. Ich glaubte, ſie wäre tief gerührt. Aber plötzlich erhob ſie das Haupt und rief:„Ach, ich traure eigentlich doch nur um die Tigerfelle und die ſeurigen Roſſe; ich wäre wie auf einem Triumphwagen gefahren. Ich hätte meinen neuen hellrothen Pelz angezogen und den Hut mit den weißen Federn aufgeſetzt— ach, es hätte bezaubernd gelaſſen.“
Selma ſah ſie halb verwundert halb betrübt an, als wöllte ſie fragen:„Wie kannſt Du jetzt an ſo Etwas denken?“— Flora ſchien dies zur merken; denn ſie ſagte: „Sieh, liebe Selma, Du mußt Dich nicht nach Sophien richten und bei meinen kleinen Ausflügen nicht wie eine Litanei ausſehen. Daß ich an Sachen Geſchmack finde, die ſchön und prächtig ſind, das kann ich nun einmal nicht ändern. Und etwas Luſt will ich auch in dieſem Leben haben, wenn ich doch leben muß. Ach, das ſon⸗ nige, heitre Leben: es iſt ſo herrlich. Nimm die Becher, gieße in den einen den bittern Trank der Entſagung, in den andern Jugend, Kraft, Vergnügen, Genuß—— und ich fordere ſelbſt Dich heraus, ſtolze Phi⸗ loſophie, nicht nach dem Letzteren zu greifen. Oh! ich
möchte nach dem Letzteren greifen und ihn bis auf den
Grund leeren.“—„Und würdeſt,“ ſagte ich,„da ge⸗ rade die bitterſte Hefe finden, das, was Du als Inhalt des erſten Bechers angibſt. Ich für meine Perſon liebe eine beſſre Freude, als— Genuß, einen beſſern Labe⸗ trank im Leben, als— das Vergnügen.“


