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gerte ſich: war ſie doch ſo hingewelkt, ſo arm, ſo freude⸗ leer: ſie würde ihm blos das Leben verbittern, wie ein Schatten auf ſeiner ſonnigen Bahn folgen. Lieber wolle ſie in ihrem Dunkel bleiben. Könnte ſie doch von dieſem Dunkel aus an den Strahlen ſich erfreuen, die ihn um⸗ gäben.— So ſprach ſie mit dem Ernſte eines wahrhaft liebenden Herzens, und eben dieß machte ſie ihm nur um ſo theurer. Und er ſprach zu ihr, ihm in Länder in ſchs⸗ neren Himmelsſtrichen, zu folgen, redete zu ihr von neuen Blumen und fremden und ſchönen Geſtaden, von des Mee⸗ res friſchen Winden und Wellen, von Gefahren, die ſie theilen wollten, von Mühen, die ſie ihm verſüßen ſollte, von der Allmacht der Liebe, von einem neuen Leben. Und ſie hörte ihm gerne zu; es wehte ein friſcher Wind durch ihre Seele, es blühte auf's Neue in ihrem Herzen, ſie glaubte und— folgte ihm.
Und auf die Wangen, welche die Krankheit gebleicht hatte, drückte Brennerſeine Küſſe, es wehte ein friſcher Seewind darauf. Davon blühten ſie wieder auf; und als er nach einem mehrjährigen Aufenthalte im Ausland mit ſeiner Gattin zurückkehrte, ſtrahlte ſie von Geſundheit und Seligkeit.
Als Brenner heirathete, hatten ſich manche Stimmen mißbilligend dagegen erhoben und ihm abgerathen. Wenige nur hatten ſein Vorhaben gebilligt und unter dieſen— Lennartſon. Er und Brenner wurden von dieſer Zeit an unzertrennliche Freunde und lieben jetzt einander, wie Brü⸗ der ſich ſelten lieben.
„Warum habe ich Brenner's Gattin noch nicht hier geſehen?“ fragte ich meine Stiefmutter, gerührt von die⸗ ſer Erzählung.—„Watum?“ fragte meine Stiefmutter, ihrerſeits lächelnd und etwas verwundert;—„aus einem ſehr triftigen Grunde. Sie iſt bereits ſeit drei Jahren todt. Die Geburt ihres jüngſten Kindes koſtete ſie das Leben.“
Ich ſaß ſtaunend und faſt erſchreckt. Meine Stief⸗ mutter ſprach nun von den herrlichen Eigenſchäften der Verſtorbenen, und verbreitete ſich dann mit Selbſtgefällig⸗ keit darüber, daß ſie dieſelbe in Schutz genommen und in


