Druckschrift 
Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

48

ihm aus der Lehre der Naturaliſten geſchöpfte Einwen⸗ dungen entgegenhielt; und er widerlegte ſie. Aber die Freude, die nach glücklich gelösten Schwierigkeiten aus den Augen der Mutter ſtrahlte, mochte dem Jüngling wohl heimlich bei ſeinen Forſchungen leuchten.

Während ſie ihn auf dieſe Weiſe auf einen ſelbſt⸗ ſtändigen und geſicherten Standpunkt leitete, lehrte ſie ihn Achtung für ſeinen Gegner zu haben, die redliche Forſchung, den ehrlichen Glauben zu ſchätzen und den Namen der Wahrheit auch in unreifen Lehren zu er⸗ kennen. Lennartſon ſprach von dieſer Periode ſeines Lebens oft als von ſeiner glücklichſten und reichſten: die liebevollen Blicke und billigenden Worte der Mutter waren ihm die koſtharſte Belohnung. Selten nur lieb⸗

koste ſie ihn, obgleich er oft in ſchwärmeriſcher Ver⸗

ehrung vor ihr auf den Knieen lag und ihr Hände und Kleider küßte. Nur zuweilen und in Augenblicken, wo ſie merkte, daß ſein jugendliches Herz allzuheftig von der Sehnſucht nach Erwiederung gepeinigt wurde, ließ

ſie ſeine glühenden Wangen an der Bruſt ruhen, die nur für ihn athmete, aber längſt ſchon in einer ſchmerz⸗

haften und unheilbaren Krankheit den Keim des Todes in ſich trug.— Sorgfältig verbarg ſie ihrem Sohne

die Schmerzen, die ſchon ſeit mehreren Jahren ſie ver⸗

zehrten, und erſt als die Operation nothwendig geworden

war, erfuhr Lennartſon das Leiden und die Gefahr ſeiner Mutter. Sie wollte ihn während der herben Stunde

entfernt wiſſen und ſuchte ihn durch eine unſchuldige Liſt über die Zeit derſelben zu täuſchen. Aber er durch⸗ ſchaute ſie und blieb. Seine Arme waren es, die in

der ſchweren Stunde ſie hielten, ihre Augen ruhten dabei

in den ſeinigen, und ſeinetwillen hielt ſie Alles ohne die mindeſte Klage aus.— Und drei Jahre noch konnte ſie für ihn leben, noch drei Jahre durch ihn glücklich ſeyn. Aber da brach die Krankheit abermals und un⸗ heilbar aus; und ſie entſchlummexte in ſeinen Armen,

indem ſie von der Unſterblichkeit und der Gewißheit des

*

Wiede mit ſe C

den a zum und d in den

2 rühmt Studi unterb Reiſe ſchafte hatte, wie es er wi währe tung

9

wechſe Leben daß ie ich hä ich m auch, „ ſeyn. auch d Die( aus 2 eine 2 Der e mich, vierzel Schill und 4