40 die„Schönheit“ an, die ſich vorgenommen zu haben ſchien, auf Ake Sparrſköld einen unſterblichen Eindruck zu machen,
allein dieſer ſchien, gleich mir, mehr für Fräulein Ritter⸗ ſwärd ſich zu intereſſiren.
Wenn ich eine junge häßliche Dame, wie Hellfride Ritterſwärd, ſehe, die mit einem ſtillen Temperamente eine gefällige und heitre Lebensart vereint, ſo faſſe ich eine hohe Meinung von ihr. Ich fühle, daß ein großes Bewußtſeyn ſie über alle kleinen Schwachheiten erhebt; ſie hat volles Vertrauen zu dem Edeln in ſich und in ihren Nebenmenſchen, und ruft dadurch auch die Achtung jener und jenen friſchen Sinn hervor, der jede blos äußere Störung leicht überwindet. Ich fand Hellfridens Unter⸗ haltung witzig und aufregend, und ich glaube, daß auch Sparrfköld dies fand, obgleich die„Schönheit“ gewiß auch ihre Anziehungskraft auf ihn ausübte.
Meine Stiefmutter ſpielte Piket mit ihrer Freundin, der Frau Ritterſwärd. Dieſe liebe, alte Frau litt an einem nervöſen Kopfübel und war nach Stockholm gekom⸗ men, um die Aerzte um Rath zu fragen. Ihre Tochter verſchaffte ihr durch Ueberſetzung ausländiſcher Werke die Mittel zu ihrem Aufenthalt und unterſtützte außerdem noch zwei jüngere Brüder, ſo daß ſie im Ernſt den Namen: „Achtungswerth“ verdient, den Flora ihr halb zum Troſt beigelegt hat.— Selma ambulirte in der Geſellſchaft und nahm freundlichen Antheil an Allem, was vorging.
St. Orme ſpielte mit dem Baron Alexander und Felir Delphin Boſton, ließ aber über ſein Spiel weg manchen ſcharfen Blick auf Flora und Lennartſon gleiten, die am Fortepiano über einem leiſen, aber lebhaften
Geſpräche die Muſik vergeſſen hatten. Plötzlich unter⸗ brach ſie St. Orme mit den Worten:
„Flora, beſte Flora! Schenke mir nur einen Viertels⸗ gedanken. Ich ſpiele ganz unglücklich; komm' mir mit einem guten Rathe zu Hülfe! Sage mir, in welcher Farbe ich ſpielen ſoll— ſchwarz oder roth?“
„Schwarz!“—„Schwarz!“ wiederholte St. Orme
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