Philoſophia heißen.“
gewiß, daß ich dieſen Abend vergnügter zu Hauſe zubringe.“ —„Du willſt Lennartſon's Herz gewinnen,“ ſagte Flora bitter.—„Flora!“ rief Selma mit einem Blicke, aus dem Erſtaunen und beleidigte Unſchuld ſprach. Ihre Augen wurden feucht.—„Verzeih!“ bat Flora, ſie auf die glühende Wange küſſend,„ich wußte nicht, was ich ſprach. Was ich aber weiß, iſt, daß Du ihn weit mehr verdienſt, als ich.“
— Wir vertieften uns nun Alle in die Stoffe und Coſtüms. Den 9. Nov.
Selma hat meine Garderobe verwandelt und mich ge⸗ nöthigt, modern zu werden. Und ich habe mich nöthigen laſſen, da ich ſehe, daß es ihr und meiner Stiefmutter Vergnügen macht. Und meine Stiefmutter! Sie hat mich durch ihre ſchönen Geſchenke wirklich in Verlegenheit ge⸗ bracht. Aber es machte ihr ſo ſichtbares Vergnügen, zu geben, daß ich nicht umhin konnte, mit Dankbarkeit das Angebotene anzunehmen.— Kindlich erfreut über meine Mittagstoilette, rief Selma heute aus:
„Ach! ich wollte, Balzac ſähe Dich jetzt. Er würde Dich ſofort in einen Roman bringen und Dich wenigſtens drei tödtliche Leidenſchaften erwecken laſſen.“
„Das wäre,“ entgegnete ich,„ein ſtarker Beweis für die Kraft ſeiner dichteriſchen Phantaſie, denn in der Wirk⸗ lichkeit werde ich wohl keine Leidenſchaft mehr einflößen!“
„Hm, Hm!“ ſagte meine Stiefmutter mit artiger di⸗ plomatiſcher Miene.—„Auch wünſche ich es nicht“ fuhr
ich fort—
„Der Thorheit Zeiten ſind vorüber, Der Weisheit Tage kommen nun.“
„Eine Weisheit,“ ſagte Flora,„die ein wenig nach der des Fuchſes zu ſchmecken ſcheint, der gerne Wein⸗ trauben haben möchte. Ich meinerſeits glaube nie, daß ein Frauenzimmer nicht wünſcht, zu gefallen, Herzen zu gewinnen und ſich Weihrauch ſtreuen und opfern zu laſſen, mag ſie nun Cleopatra, oder Ninon, oder Sancta
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