Druckschrift 
Ein Tagebuch : vier Theile / von Friederike Bremer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

erſetzt, und Hrazie n und ouver⸗ Lapp⸗ Be⸗ durch ſetzung ühende ufzern ſuchte. re mir n mir, ſollte, rinnere nel auf er, da⸗ och eder r Lieb⸗ mußte eichtert nskreiſe geführt Vater⸗ Epoche ann die

n Leben hrheits⸗ los aus s, was im ver⸗ Grazie nehmen

19

Miene herabblickte, mit der meine Stiefmutter früher auf meine Naturwelt geblickt hatte. Der ſchimmernde Schleier, durch den ich ſie bisher betrachtet hatte, war nun ge⸗ fallen und ich entdeckte Fehler an ihr, die ich überdies noch durch ein Vergrößerungsglas anſah. Sie gefiel mir immer noch, aber ich liebte ſie nicht mehr.

Ich hatte mich in Thorild's Geiſt verliebt und ſeine Liebe zur Wahrheit und Aufrichtigkeit, aber auch etwas von ſeiner oft minder angenehmen Weiſe, ſie zu äußern, angenommen. Und nun trafen Madame Genlis und Tho⸗ rild in meiner Stiefmutter und mir auf unangenehme Art auf einander. Für jedes Citat aus Madame Genlis hatte ich ſtets im kriegeriſchen Gegenſatze gegen die er⸗ ſtere ein Citat aus Thorild in Bereitſchaft; und in dem⸗ ſelben Geiſte antwortete meine Stiefmutter. Gleichwohl mußte allmälig die franzöſiſche Marquiſe dem ſchwediſchen Philoſophen weichen, und ſie räumte das Feld, auf dem ein ſolcher Grobian um ſich ſchlug. Es iſt mir eine ſonderbare, halb wehmüthige Erinnerung, daß meine Stief⸗ mutter zu dieſer Zeit werklich ängſtlich vor mir wurde und meinem rückſichtsloſen Ernſte ſichtbar auswich. Einige⸗ mal zwar verſuchte ſie noch, mir den Scepter zu entwinden und mir zu imponiren: aber vergebens; ſie fühlte auch, daß er zerbrochen war in ihrer Hand und wich ſchweigend, zuweilen niedergeſchlagen aus. Bei der Erinnerung an das herbe Gefühl, das mich zuweilen ergriff, wenn ich dieſe Reaction in unſerem Verhältniſſe bemerkte, kann ich mich eines geheimen Schauders nicht erwehren, und möchte warnend allen allzuſtrengen Eltern die Worte des Apoſtels zurufen:Ihr Eltern! reizet Eure Kinder nicht.

Der Fehler war damals größtentheils auf meiner Seite. Aber die Erinnerung an das, was ich gelitten, hatte mich erbittert und ich war noch überdies, trotz des Studiums Thorild's, ganz unklar in meinen Anſichten vom Leben, und innerlich unglücklich. Dies dürfte mir zur Entſchuldigung dienen. Meine Stiefmutter, eine hei⸗ tere, angenehme, ſehr beliebte Weltdame, war ganz an