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manden im Hauſe von meiner Ankunft zu ſagen, ſon⸗ dern mir beim Anziehen eines ſchwarzſeidenen Kleids und einiger andern Dinge zu einer ſchleunigen Toilette be⸗ hülflich zu ſeyn. Unangemeldet und unerkannt wollte ich mich in die Geſellſchaft ſchleichen. Karin faßte meine Idee auf, fand ſie ergötzlich, und half mir ſchuell und gewandt, ſo daß ich nach Verfluß einer halben Stunde mit Ehren im Salon erſcheinen konnte, wo ich hoffte, ein unbemerkter Theil der„foule“ zu bleiben, die, wie ich von früher her noch wußte, meine Stiefmutter auf ihren Spiréen um ſich verſammelte. Und aufrichtig ge⸗ ſtanden, war ich durchaus nicht unzufrieden, mich etwas umſehen zu können, ehe ich geſehen wurde, und gleich⸗ ſam auf die neue Bekanntſchaft mit meinen Verwandten mich vorzubereiten, die ich ſeit ſo vielen Jahren nicht ge⸗ ſehen hatte.— Bei meinem Eintritt in den Tanzſaal wurde eine Galoppade getanzt. Ich ging längs der Wand hin, und war bald ſo glücklich, in einer Ecke Platz zu finden. Die Muſik, das Geräuſch und das ſtarke Licht machte mich faſt wirr im Kopfe. Als ich mich etwas geſammelt hatte, ſuchte ich neugierig nach meinen Angehörigen: vor Allen nach meiner jüngern Schweſter Selma, die wiederzuerkennen ich jedoch faſt ohne Hoffnung war, da aus dem zarten, weichlichen Kinde, das ich vor zehn Jahren verlaſſen hatte, nun ein einund⸗ zwanzigjähriges Mädchen geworden war.
„Aber die einzige Tochter des Hauſes,“ dachte ich,„die Heldin des Tags, ſollte doch vor den Uebrigen leicht zu er⸗ kennen ſeyn: ſie muß voran im Tanze ſtehen, und vor allen Andern ausgezeichnet und gefeiert werden!“ Und ich forſchte unter den vorüberſchwebenden Paaren der Galop⸗ pade. Der Tanz kam mir entzückend vor.
„Ah! les reines du bal!“ ſprach ganz in meiner Nähe ein ältlicher Herr, der lebhaft, aber dabei abge⸗ lebt ausſah und ſchlaffe Züge hatte. Ich blickte nach ihm um und ſah einen jungen Dragoneroffizier mit zwei jungen Damen tanzen, die durch ihre Schönheit und den


