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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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und über das kleine, blondgelockte Köpſchen neigte ſich ein männliches Haupt mit dem Ausdruck tiefen Ernſtes und milder Rührung:

Liebe Hulda, ſagte Harald,bitte Suſanna, daß ſie auch mich ein wenig liebe, und daß ſie mir nicht ab⸗

ſchlage, was du ſchon gewährt haſt; bitte ſie, daß ich die kleine Hulda meine Tochter und deine Suſanna meine Suſanna nennen darf.

O ja, das mußt du Sanna! rief die kleine Hulda, indem ſie mit kindlicher Innigkeit ihre Arme um Suſan⸗ nas Hals ſchlang und eifrig fortfuhr:O habe ihn lieb, Sanna. Er liebt dich ſo ſehr, er hat es mir ſchon oft geſagt und er hat mich ſelbſt hieher geführt, um dir eine Freude zu machen. Und ſiehſt du dieſes ſchöne Halsband da hat er mir geſchenkt und er hat mir verſprochen, mir im Winter ſo ſchöne Geſchichten zu erzählen. O er weiß ſo viele. Haſt du ſchon die von der Ryza im Juſtethal gehoͤrt, Sanna? Er hat ſie mir erzählt! Und von der braven Frau, die nach dem ſchwarzen Tode herumging und alle mutterloſen kleinen Kinder zu ſich nahm und ihre Mutter wurde? O Sanna! Habe ihn lieb und laß ihn meinen Vater werden.

Suſanna ließ die kleine Schwätzerin fortfahren, ohne ein Wort ſprechen zu können. Sie verbarg ihr Geſicht an der Bruſt des Kindes und ſuchte ihre verwirrten Ge⸗ danken zu ſammeln.

Suſanna! bat Harald unruhig und innig.Sieh mich an! Sage mir ein freundliches Wort!

Da erhob Suſanna ihr brennendes und von Thrä⸗ nen gebadetes Geſicht und ſagte:O wie kann ich Ihnen je danken?

Wie? ſagte Harald.Dadurch, daß du mich glücklich machſt, Suſanna, dadurch, daß du meine Frau wirſt.

Suſanna ſtand auf und erwiederte mit eben ſo viel Aufrichtigteit als Herzlichkeit:Gott weiß am Beſten, wie glücklich ich mich ſchätzen würde, wenn ich glauben Bremer, Streit und Friede. 11