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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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könnte, daß dieſe Worte in Ihrem eigenen und nicht bloß in meinem Intereſſe geſprochen würden. Aber ach, das fann ich nicht. Ich weiß, es iſt Ihr Edelmuth, Ihre Se

Edelmuth? Da bin ich ſehr edelmüthig gegen mich ſelbſt. Denn ich verſichere Sie, Suſanna, daß ich nie mehr an mein eigenes Beſtes gedacht habe, als in dieſem Augenblick und daß ich jetzt ſo durch und durch egoiſtiſch bin, als Sie nur wünſchen können.

Und Ihre Schweſter Alette, fuhr Suſanna mit niedergeſchlagenen Augen fort,ich weiß, daß ſie es nicht wünſcht, mich Schweſter zu nennen kn

Und weil Alette einmal ſo thöricht geweſen iſt, ſagte jetzt eine freundliche Frauenzimmerſtimme,ſo iſt ſie hier, um Abbitte zu thun. Und Alette umarmte herzlich vie verwunderte Suſanna, indem ſie fortfuhr:O Suſan⸗ na! Ohne dich hätte ich keinen Bruder mehr. Ich kenne vich jetzt beſſer, auch habe ich in der Tiefe ſeines Herzens geleſen und weiß, daß er ohne dich nicht mehr glücklich werden kann. Deßhalb bitte ich dich, Suſanna, ich bitte dich herzlich, mache ihn glücklich. Werde ſeine Frau, Suſanna, und meine Schweſter.

Auch du, Alette, ſagte Suſanna tief aufgeregt, auch du willſt mich durch freundliche Worte verlocken. Ach! könnten Sie mich vergeſſen machen, daß es meine Schwachheit iſt, daß ich es bin, die durch ihr Geſtändniß die Veranlaſſung gegeben hat... Aber das kann ich nie! Und deßhalb kann ich Euch auch nicht glauben, Ihr guten, edlen Menſchen! Und deßhalb bitte und be⸗

chwöre ich Euch 4

Was für ſchöne Reden werden da gehalten? ſiel jetzt eine ernſte Stimme ein und die Oberſtin ſtand mit⸗ ten unter der in Liebe ſtreitenden Gruppe und ſprach mit angenommener Strenge alſo:Ich will nicht hof⸗ fen, daß meine jungen Verwandten da und meine Toch⸗ ter Suſanna ſich herausnehmen, hier wichtige Dinge

abzuhandeln und zu beſchließen, ohne mich vorher um

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