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recht kennen gelernt hatte— Harald und immer wieder Harald— immer trat ſein Bild vor ſie, als das Herz
aller dieſer Erinnerungen. Aber jetzt—— jetzt ſollte ſie in Bälde alles dieſes, alles Schöne und Liebe ver⸗ laſſen.
Sie kamen jetzt auf Semb an und wurden von Al⸗ fiero mit ſchallendem Freudengebell bewillkommt. Mit ei⸗ ner Thräne im Auge grüßte Suſanna alle Bekannten, ſo⸗ wohl Menſchen als Thiere.
Die Fenſter in Madame Aſtrids Zimmer ſtanden offen und gewährten eine entzückende Ausſicht über das Thal mit ſeinem blauen Strome, ſeinen grünen Höhen und Abhängen und ſeiner friedlichen Kirchthurmſpitze im Hintergrund. Sie ſtand wie überraſcht von der Schön⸗ heit des Schauſpiels da und ihre Augen ſtrahlten, indem ſie rief:
„Siehe, Suſanna, iſt unſer Thal nicht ſchön? Und muß es nicht ſchön ſein, hier zu leben, um Menſchen glücklich zu machen und ſelbſt glücklich zu ſein?“
Suſanna antwortete ein heftiges Ja und verließ ſchnell das Zimmer. Sie fühlte ſich dem Erſticken nahe und noch einmal ſtieg Barbara in ihr auf und ſprach alſo:
„Schön? Ja für ſie! Sie denkt nicht an mich, ſie bekümmert ſich nicht im Mindeſten um mich! Und Ha⸗ rald eben ſo wenig. Die geringe Dienerin, deren ſie auf der Gebirgsreiſe bedurften, iſt ihnen im Thale überflüſſig. Sie mag ziehen, wohin ſie will; ſie ſind jetzt glücklich, ſie haben an ſich ſelbſt genug. Ob ich lebe oder ſterbe, ob ich unglücklich bin, das iſt ihnen ganz gleichgültig. Schon gut, ich werde ihnen nicht länger läſtig fallen. Ich will gehen, will weit, weit von hier gehen. Ich will mich nicht mehr um ſie bekümmern; ich will ſie vergeſſen, wie ſie mich vergeſſen.“
Aber Thränen floßen dabei unwillkührlich über Su⸗ ſannas Wangen, mit ihnen floß der Barbarazorn dahin und Sanng erwiederte;


