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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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die liebevollſten, rührendſten Abſchiedsgrüße an ihre Hulda, ihre Gebieterin, an Harald und Alette, wobei ſie mit⸗ unter unbewußt die ſtillen Kämpfe und Qualen ihres Her⸗ zens verrieth.

Eines Tags war es ihr, als hätte ſie ſchon hundert

Jahre in den Wohnungen der Unterirdiſchen gelebt und befände ſich jetzt in ihrer Kirche, denn ihre Zeit war ge⸗ kommen, daß ſie ſterben ſollte, und ſie wußte, daß der Tod ſie aus der Macht der Berggeiſter erlöste. Aber ſie konnte keine Freude darüber empfinden, ſo matt war ihr Herz, ſo ausgekühlt ihre Bruſt. Sie lag auf einem ſteinernen Boden ausgeſtreckt und über ihr wölbte ſich ein Dach von Eis. Es war ihr Grabgewölbe und hier ſollte ſie ſterben. Nach und nach kam eine Betäubung über alle ihre Gedanken und Gefühle, die Schmerzen wichen und ſie verfiel in einen tiefen, aber lieblichen und ruhigen Schlaf, wobei ſie das vollſtändige Bewußtſein behielt und der Tod ſchien ihr eine angenehme Ruhe zu ſein und ſie wünſchte nicht zu erwachen. Da kam es ihr auf einmal

vor, als öffne ſich die Thüre des Grabgewölbes und ſie

ſehe ein Licht, wie Sonnenſchein; es nahte ſich ihr Jemand und berührte ihre Lippen mit einer Flamme, einer Flamme wie der des Lebens. Da ſchlug ihr Herz ſtärker, das Blut ſtrömte warm durch ihre Adern, ſie blickte auf und ſah an ihrem Kopfkiſſen eine weibliche Ge⸗ ſtalt ſtehen, die ſich mit einem Blick voll Liebe und Zärt⸗ lichkeit über ſie hinneigte. Dieſen Blick, pieſen ſchönen belebenden Blick meinte Suſanna ſchon früher einmal ge⸗ ſehen zu haben und je länger ſie in das Geſicht der Ge⸗ ſtalt blickte, um ſo deutlicher glaubte ſie bekannte Züge wieder zu erkennen, die edlen geliebten Züge ihrer Ge⸗ bieterin. Aber ſie ſah jünger und ſchöner aus, als frü⸗ her. Zu ihren Füßen erblickte ſie Roſen und die Sonne ſchien darauf; Alles kam ihr ſo ſchön, ſo wunderbar vor, daß ſie unwillkürlich flüſterte:

Sind wir jetzt im Himmel? Noch auf Erden, antwortete eine Stimme voll

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