„Nein,“ ſagte Suſanna, ihre Fackel erhebend,„ich will vorausgehen und leuchten. Fürchten Sie nichts für mich, ich bin kräftig.“
Aber auf einmal kam ihr ein wunderliches Gefühl als wollte ihr Herz brechen, und ihre Kniee wankten.
Noch ſtand ſie eine Weile aufrecht und wollte gehen, da war es ihr, als würde ihre Bruſt zuſammengezogen. Sie ſank auf ihre Kniee und die Fackel entfiel ihrer Hand. „Hulda!“ flüſterte ſie leiſe,„Hulda, mein Liebling, lebe wohl!“
„Suſanna! Großer Gott!“ riefen jetzt zwei Stimmen zugleich, und ſtark gemacht durch Schrecken und Angſt,
.
ſprangen Madame Aſtrid und Harald von ihren Bahren herab und umfaßten Suſanna.
Sie ſank immer mehr und mehr zuſammen. Sie er— faßte die Hände ihrer beſorgten Freunde und ſagte mit gro⸗ ßer Anſtrengung und dem Tonè der innigſten Bitte:
„Meine kleine Hulda! die Vaterloſe!... Mutterloſe!
denkt an ſie!“
„Suſanna, mein gutes, liebes Kind!“ rief Madams Aſtrid,„du ſellſt, du darſſt jetzt nicht ſterben.“ Und zum egßen Mal fiel ein Strahl angſtvoller Liebe aus ihren ln Augen auf das ergebungsvolle junge Mädchen. Zum erſten Mal hatte ſich Suſanna eines ſolchen Bli⸗ ð zu erfreuen und ſie ſah ſo freudig auf, als ſchaute ſie in den geöffneten Himmel.
„O Harald!“ ſagte jetzt Suſanna, indem ſie ihn mit unausſprechlicher Innigkeit und Klarheit anſah,„ich weiß, ich könnte Sie im Leben nicht glücklich machen, aber— ich danke Gott, daß ich für Sie ſterben darf. Se jetzt verſchmähen Sie meine Liebe nicht!. und ſie er⸗ faßte ſeine und der Oberſtin Hände, drückte ſie an ihre Bruſt und ſagte mit erlöſchender Stimme:
willen.“ Eein leichtes Zittern durchflog ihren Körper, der Kopf ſank auf die Bruſt herab. Ohne ein Lebenszeichen wurde
„Verzeihen Sie mir meine Fehler um meiner Liebe ℳ
be
— nu
no


