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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Endlich wurde es von der Oberſtin unterbrochen, die in feierlichem Tone ſagte:

Ich habe eine Bitte an Sie, Harald.

Beſehlen Sie über mich, antwortete er.Möchte ich Ihren Wunſch erfüllen können!

Wir ſcheinen Beide, begann Madame Aſtrid,jetzt am Rande des Grabes zu ſtehen, aber Sie ſind jünger und kräftiger als ich, Sie werden, hoffe ich, gerettet wer⸗ den. Ich muß Ihnen einen wichtigen Auftrag anver⸗ trauen, Harald, und ich verlaſſe mich auf die Ehrenhaftig⸗ keit und das gute Herz, das ich an Ihnen kennen gelernt. vaß Sie ihn gewiſſenhaft ausführen, im Fall es mir ſelbſt nicht möglich iſt, und Sie, wie ich glauben will, mich überleben.

Die Oberſtin hatte dieß mit feſter Stimme geſprochen, allein während der folgenden Erzählung wurde ſie oft von wechſelnden Gemüthsbewegungen erſchuttert. Sie ſprach haſtig und in kurzen abgebrochenen Sätzen wie folgt:

Ich habe eine Schweſter gehabt. Wie ich ſie liebte, kann ich nicht ausſprechen. So ernſten Gemüths ich war, ſo heiter und mild war ſie. Als ich heirathete, kam ſie in mein Haus. Aber da war kein Glück. Durch ihr Vermögen war meine Schweſter in den Stand geſetzt, der Neigung ihres Herzens zu folgen und ſie gab ihre Hand einem unbemittelten, aber liebenswürdigen jungen Manne, einem Lieutenant Wolf, mit dem ſie einige Mo⸗ nate der höchſten irdiſchen Glückſeligkeit verlebte. Doch ſollte dieſe Seligkeit nur kurz währen. Wolf kam bei einer

Seeexpedition um und ſeine unglückliche Gattin erlag ihrem

Grame. Sie ſtarb wenige Stunden nach ihrer Entbindung von einem Knaben, nachdem ſie das zarte Kind in meine Arme gelegt und mich feierlich gebeten hatte, ſeine Mutter zu ſein. Und ich wurde dem Kinde Mutter. Ein eigener

Sohn hätte mir nicht lieber ſein können. Ich war ſtolz

auf den ſchönen lebhaften Knaben. Ich ſah eine ſchönere Zukunft in ihm. Er ſollte die Iveale meiner Jugend

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