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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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bieterin wieder einzunehmen. Aber erſt ſpät ſank ſie in einen unruhigen Schlaf.

Sie erwachte an einem ſtarken Getöſe und Gebrauſe. Ein bleiches Tageslicht fiel in die Grotte und ſie hörte Harald draußen laut ſagen:Es iſt Zeit, daß wir uns zum Aufbruch rüſten, um ſobald als möglich unſer Nacht⸗ guartier zu exreichen. Wir haben einen mühevollen Tag vor uns.

Suſanna ſah ſich nach ihrer Gebieterin um. Sie ſtand bereits neben ihr und betrachtete ſie mit einem mil⸗ den, aufmerkſamen Blick.

Erſchrocken über ihre Saumſeligkeit ſprang Suſanna jetzt ſchnell auf und ſchickte ſich um ſo flinker an, das Frühſtück zu beſorgen.

Es wurde wieder ein Bouillon bereitet und die Bauern

bekamen Lachs, Speck und Käſemolken in Schneewaſſer

aufgelöst.

Nach Mitternacht hatte ſich ein Sturm erhoben, der unſern Reiſenden Nichts weniger als einen angenehmen Tag verſprach. Die Flüſſe und Bäche rauſchten ſtärker und rund umher auf dem Gebirge war ein ſchreckliches Getöſe. Zwar hatte ſich gegen Morgen der Wind ein wenig gelegt, aber gleichwohl warf Harald dann und wann einen bedenklichen Blick auf die graue Wolkendecke, die immer dichter über ihren Häuptern zu werden begann. Suſanna ſah ihn einmal einen fragenden Blick auf den Führer heften und dieſen das graue Haupt ſchütteln. In⸗ deß war man im Allgemeinen munter und Harald ſchien durch ſeine Lebhaftigkeit den Eindruck ſeiner andauernden, ungewöhnlichen Bläſſe verwiſchen zu wollen.

Den ganzen Vormittag ſtieg man unausgeſetzt in der Winterregion aufwärts und die Schneeflächen wurden immer unüberſehbarer. Kein lebendes Weſen ſchien in vieſer Wüſte fortkommen zu koͤnnen, doch ſah man oft Spuren von Rennthieren und da und dort lagen auch Fliegen im tiefen Winterſchlafe auf dem Schnee. Zu allem Glück legte ſich der Wind allmälig und gab nur