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Suſanna erklärte zwar, daß ſie die gauze Geſchichte nicht glaube, allein Harald ſagte ſo ernſthaft, ſie werde ſchon einmal die Wahrheit derſelben an ſich ſelbſt erfah⸗ ren, und Suſanna war von Natur ſo ſehr zum Glauben an alles Wunderbare geneigt, daß ſie ſehr häufig, beſon⸗ ders in den engen Thalſchluchten ihren Blick in die Höhe richtete, halb fürchtend, halb wünſchend, die ſchwarzen Pferde mit den Feueraugen und glühenden Zäumen zu ſehen, allein nur klare Sterne blickten auf ſie herab, dann und wann von einem Nordſchein verdunkelt, der ſeinen glänzenden flüchtigen Schleier über das Himmelsgewölbe hinwallen ließ.
Als ſie in die Nähe von Semb kamen, ſahen ſie den gewöhnlichen matten Lichtſchein von den Fenſtern der Oberſtin. Suſannas Herz pochte gewaltig und mit ei⸗ nem tiefen Seufzer ſagte ſie:„Ach wie bösartig doch die Welt iſt! Zu einer Bürde noch einen Stein zu legen und das Unglück zum Verbrechen zu machen! Was kon⸗ nen wir thun, um ſie gegen die Anfälle der Bosheit zu ſchützen?“
„Frau Braun ſoll ihre Lüge wenigſtens nicht weiter ausbreiten,“ ſagte Harald.„Ich werde morgen zu ihr fahren und ſie zwingen, ihre eigenen Worte hinabzuſchlu⸗ cken, ich will ihr ſolche Angſt einjagen, daß ſie dieſelben nicht mehr heraufkommen läßt.“
„Ja, das wäre recht!“ rief Suſanna entzückt.
„Wenn einem Kind ein Unglück geſchieht,“ fuhr Ha⸗ rald aufgereizt fort,„dann ſeine Angehoͤrigen eines vor⸗ ſätzlichen Mordes zu beſchuldigen! Kann man ſich etwas Niederträchtigeres und Abgeſchmackteres denken? Nein, ſolche Schlangen ſollen wenigſtens die unglückliche Frau nicht umziſchen! Und ſie zu erſticken, wird meine Sache ſein! Damit drückte Harald Suſanna zum Abſchied die Hand und trennte ſich von ihr.
ſtenzeit erhalten, als die alten Götter ſich für den Volks⸗ glauben in böſe Mächte und Teufelsdiener verwandelten.
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