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umreiten bis zum jüngſten Tage. Voran reitet Guro⸗
Ryſſe, oder Reiſa⸗Rova, die man an ihrem langen
Schwanze kennt. Hinter ihr kommt eine große Schaar
beiderlei Geſchlechts. Die Pferde ſind kohlſchwarz und
ihre Augen leuchten im Finſtern, wie Feuer. Sie werden mit glühenden eiſernen Zügeln gelenkt, laufen über Meer und Land, und das wilde Halloh der Reiter, das Schnau⸗ ben der Pferde, ſowie das Geraſſel der eiſernen Zügel macht einen Lärm, den man weithin hört. Wo ſie einen Sattel über das Dach werfen, da muß ein Menſch ſter⸗ ben, und wenn ſie hören, daß irgendwo eine Schlägerei oder ein Mord ſtattfinden ſoll, ſo kommen ſie dahin, ſetzen ſich auf die Thürpfoſten, rumoren und lachen ins Fäuſt⸗ chen. Wenn man die Aasgaardsreija kommen hört, muß man ſich ſogleich mit dem Geſicht auf den Boden werfen und thun, als ob man ſchliefe, ſonſt wird man von der wilden Schaar aufgerafft und ohnmächtig weit von dem
Orte weg, wo man war, zu Boden geſchleudert. Oft
bleibt man hernach ſein ganzes Leben lang ſchwermüthig
und kränklich. Der Tugendhafte aber, der ſich bei ihrer
Annäherung ſogleich niederwirft, hat weiter Nichts zu be⸗
fürchten, als daß Jeder von der luftigen Geſellſchaft ihn
anſpuckt. Iſt der Zug vorüber, ſo ſpuckt man wieder und damit iſt die Sache abgemacht.“
Harald fügte hinzu, die wilde Schaar ziehe gewöhn⸗ lich um Weihnachten aus und Nichts ſei möglicher, als daß ſie noch heute Abend ihnen begegne. In dieſem Fall habe Suſanna weiter Nichts zu thun, als ſogleich aus dem Schlitten zu ſpringen und ſich mit der Naſe auf den Boden zu werfen, bis ſie vorüber ſei.*)
*) Das Brauſen und Donnern in der Luft, das bei heftigen Stürmen, beſonders in den Gebirgsgegenden vorkommt, mas wohl dieſe Sage von der Aasgaardsreija veranlaßt haven Daß ſie ſich noch von der Heibenzeit beſchreibt, iſt kinem Zweifel unterworfen, aber man weiß nicht, ob ſie ſich auf die im Kriege gefallenen Kämpfer nach Aasgard, oder auf die luftigen Fahrten der Nornen und Walkyren bezieht. Ihre gegehwärtige Geſtatt hat die Sage zur Chri⸗


