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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
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haben und glaube wahrhaftig nichts Schlimmes von ihr, auch nehme ich ſie immer in Schutz, aber wunderlich ſieht es jedenfalls mit ihr aus. Würden Sie wohl glau⸗ ben, daß es Menſchen gibt, die ſchlecht genug ſind, ſie eines... Mordes zu beſchuldigen?“

Suſanna vergingen Gedanken und Sprache und ſie konnte die Rednerin bloß anſtieren.

„Ja, ja,“ fuhr Frau Braun mit fließender Zunge fort,„das ſagt man! Und der Oberſt, ihr Mann, der eine Beſtie war, mag wohl die größte Schuld tragen, aber ſie ſoll dennoch darum gewußt haben—— behaup⸗ tet man. Sehen Sie— ſie hatten einen Knaben bei ſich, ihren Schweſterſohn. Die Mutter ſtarb, nachdem ſie den Knaben der Pflege der Schweſter und des Schwagers an⸗ vertraut hatte. Was geſchieht? Eines Tages verſchwin⸗ det der Junge und kommt nie mehr zurück;— man weiß nicht, wohin er gegangen iſt, aber ſeinen Mantel findet man auf einer Klippe am See und auf den Stei⸗ nen drunten Blutstropfen. Der Knabe war fort und ſein Vermögen kam den Verwandten ganz gut, denn der Oberſt hatte Alles verſpielt, was er und ſeine Frau be⸗ ſaßen. Aber der Herr ſchlug in ſeiner Gnade den Ober⸗ ſten, ſo daß er fünf Jahre lang lahm und ſtumm war und auch ſeine Frau ſoll ſeit der Zeit keinen vergnügten Tag auf Erden gehabt haben.“

Blaß vor Aufregung und ſo eifrig, als ſie früher die Ehre ihres Vaterlandes vertheidigt hatte, wehrte ſich Suſanna jetzt für die Unſchuld ihrer Gebieterin. Aber ſie wurde von dem freundlichen Wirthe unterbrochen, der ſie aufforderte, ſich der übrigen Jugend zu Spiel und Tanz anzuſchließen. Sie war indeß von dem, was ſie gehoͤrt hatte, dermaßen ergriffen und bekam ein ſolches Heimweh nach ihrer Gebieterin, die ſie jetzt, da ſie ſo abſcheulich verleumdet wurde, mehr als je liebte, daß ſie bat, man möchte ſie von den Spielen dispenſiren und nach Hauſe zurückkehren laſſen. Uebrigens wollte ſie Harald nicht nur um die Geſellſchaft bringen, ſondern un⸗