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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
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was in dem Herrenzimmer geſprochen wurde, denn ſie hörte dort eine grobe Stimme in den ehrenrührigſten Ausdrücken über Schweden und ſeine Bewohner losziehen. Ihr Blut kochte, ihre Hand ballte ſich unwillkürlich. „Ach Gott!“ ſeufzte ſie:„warum bin ich kein Mann ge⸗ worden!“ Die patriotiſche Bürgermeiſterstochter brannte vor Begierde, auf den loszuſtürzen, der es wagte, ihr Va⸗ terland ſo zu ſchmähen. Da ſie es nicht kaltblütig an⸗ hören konnte und ihren eigenen Zorn beinahe fürchtete, wollte ſie aufſtehen und einen andern Platz ſuchen, blieb aber doch, weil ſie auf einmal eine ernſte, männliche Stimme für das fremde, verunglimpfte Land ſich erheben hoͤrte. Und gewiß war es tröſtend für Suſanna, Schwe⸗ den mit eben ſo viel Ernſt, als Sachkenntniß vertheidigen zu hören, gewiß war es eine Wolluſt für ſie, die Be⸗ hauptungen der groben Stimme von der andern, weniger polternden, aber kräftigeren widerlegen und die letztere, nachdem ſie das Feld behauptet, folgende an Guſtav Adolfs des Großen Vaterland aus Veranlaſſung ſeines Todes gedichtete Verſe declamiren zu hören:

„Wird dunkel auch einmal dein Glanz, Verwelkt auch vein grünender Kranz, So bleibt die Erinn'rung doch dein

Als ein ewiglich ſtrahlender Schein, Wenn die Welt einſt dankbar ſich weist Und als Guſtavs Mutter dich preist.“

Ja gewiß war dieß Alles ein Himmelreich für Su⸗ ſannas Gefühle, aber die Stimme, die ſo gut ſprach, die Stimme, die Schweden vertheidigte, die Stimme, die dieſes Himmelreich ins Leben rief, wirkte noch mehr als alles Andere auf ſie, denn ſie war— Haralds Stimme. Suſanna traute ihren Ohren nicht, ſie mußte die Augen zu Hülfe nehmen und da ſie nicht mehr daran zweifeln konnte, daß der edle Vertheidiger ihres Vaterlands Ha⸗ rald war, da war ſie ſo überraſcht und erfreut, daß ſie in der Ueberwallung ihrer Gefühle beinahe eine Thor⸗