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mit wilden Blicken an. Dann ſtand ſie heftig auf, drückte die Hände an ihre Bruſt, ſtieß einen ſchwachen Schre⸗ ckensruf aus und— ſank leblos zuſammen. Suſanna ſtieß ihren Engel heftig bei Seite, ſtürzte auf ihre Ge⸗ bieterin zu, hob ſie in unbeſchreiblicher Angſt auf und trug ſie auf das Bett. Harald dagegen nahm ſich des armen Engels an, der mit ſeiner Krone das Gleichge⸗ wicht verloren hatte, und da ihm der heiße Talg über Stirne und Backen lief, die jammervollſten Wehklagen erhob.
Es gelang zwar Suſanna bald, ihre Gebieterin ins Leben zurückzurufen, aber eine Zeit lang ſchienen ihre Sinne verworren zu ſein, denn ſie ſprach unklare, unzu⸗ ſammenhängende Dinge, von denen Suſanna nur die Worte;„Erſcheinung unglückliches Kind todt verſtand. Suſanna ſchloß daraus, der von ihr fabricirte Engel habe ſie erſchreckt und rief unter Thrä⸗ nen:„Ach es war ja nur Hans Guttormsſons kleiner Junge, den ich als Engel angekleidet habe, um der Frau Oberſtin eine Freude zu machen.“ Sie ſah jetzt beutlich ein, wie unglücklich dieſer Gadanke geweſen, aber Ma⸗ dame Aſtrid hoͤrte mit großer Begierde Suſannas Auf⸗ ſchlüſſe über die Erſcheinung an, die ſie ſo gewaltig erſchüttert hatte. Endlich löste ſich ihr krankhafter Zu⸗ ſtand in eine Fluth von Thränen auf. Suſanna außer ſich vor Schmerz, ihrer Gebieterin Kummer gemacht zu haben, ſtatt Freude, küßte ihr unter innigen Bitten um Verzeihung weinend Kleider, Hände und Füße. Madame Aſtrid antwortete mild, aber aufgeregt:„Du haſt es gut gemeint, Suſanna!— Du konnteſt nicht wiſſen, wie weh du mir thun würdeſt. Aber— denke nie daran verſuche es nie, mir eine Freude zu machen. Ich kann nie mehr vergnügt, nie mehr glücklich ſein!. auf meiner Bruſt liegt ein Stein der nicht abgehoben werden kann, bevor man ihn mir aufs Grab aber gehe jetzt nur, Suſanna. Ich bedarf der Einſam⸗ keit. Ich werde bald wieder beſſer ſein.“


