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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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ſetzte ſie ſich als die froheſte, herzlichſte Wirthin zu den Leuten an den Tiſch, ſtieß mit Knechten und Mägden an, munterte ſelbſt die coloſſalſte Eßluſt auf und legte den Alten und Schwachen die beſten Biſſen vor.

Madame Aſtrid hatte Suſanna geſagt, ſie wolle die⸗ ſen Abend allein auf ihrem Zimmer bleiben und verlange für ſich nur ein Glas Milch. Suſanna aber wollte ſie durch eine kleine Ueberraſchung aufheitern und hatte fol⸗ gendes Komplott gegen ihren Frieden geſchmiedet. Um die Zeit, da Madame Aſtrid das Glas Milch erwartete, ſollte ein ſehr ſchöner, nach Suſannas Vorſtellung von einem Engel ausſtaffirter Knabe mit einer Lichtkrone auf dem Kopf, leiſe an ihre Thüre treten und ihr hinaus⸗ winken. Einem ſo ſchoͤnen und ſtrahlenden Boten würde die Oberſtin unmöglich widerſtehen können, und er ſollte ſie ſodann in das große Zimmer führen, wo in einem Fichtenhaine ein Tiſch mit der ſüßeſten Grütze und der leckerſten Torte gedeckt, und hinter demſelben ſämmtliches Geſinde verſammelt war, um ein hier zu Lande wohl⸗ bekanntes Lied zum Lobe ihrer Gebieterin und voll guter Wünſche für ihre Zukunft anzuſtimmen.

Harald, dem Suſanna ihren Plan mitgetheilt hatte, ſchüttelte zwar im Anfang bedenklich den Kopf dazu, ging aber ſpäter doch darauf ein und leiſtete ihr bei der Ausführung, ſowohl beim Hereinbringen der Tannen, als bei der Herausputzung des Engels hülfreiche Hand. Su⸗ ſanna war ganz entzückt über ihren kleinen, ſchönen Bo⸗ ten und folgte ihm ſtill und leiſe auf der Ferſe nach, als er mit einiger Beſorgniß für ſeinen eigenen Kopf und deſſen leuchtende Krone langſam auf Madame Aſtrids Zimmer zuſchritt.

Harald öffnete ihm leiſe die Thüre. Die Oberſtin ſaß im innerſten Zimmer auf einem Lehnſtuhl und hatte den Kopf in ihre Hände geſenkt. Die Lampe auf dem Tiſch warf einen matten Schein auf ihre ſchwarz geklei⸗ dete Geſtalt. Bei der Bewegung der Thüre ſah ſie auf

und ſtierte die Erſcheinung, die ihr von da entgegen kam,

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