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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
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der Wanderung durchs irdiſche Leben, die Sonne allein bleibt getreu, ſie beleuchtet und erwärmt uns von der Wiege bis ans Grab. Die Sonne iſt es, die Heiden und Chri⸗ ſten in gemeinſamer Anbetung vereinigt, indem ſie beider Herzen zu dem Gott erhebt, der die Sonne geſchaffen hat. Und ſo fällt denn auch das hoöchſte Jahresfeſt des nordiſchen Heidenthums mit dem des Chriſtenthums zu⸗ ſammen, auf die Stunde, in welcher die Sonne gleich⸗ ſam aufs Neue für die Erde geboren wird, und ihre Kraft, die bisher abgenommen hat, nun anfängt, wieder zu wachſen. Dieſes Feſt wird in den ſkandinaviſchen Rei⸗ chen mit großer Innigkeit begangen. Nicht bloß in den Häuſern der Wohlhabenden brennen Freudenfeuer und hört man die Freudenrufe der Kinder, auch aus der nie⸗ drigſten Hütte erſchallt Jubel, ſelbſt in den Gefängniſſen wird es hell, und die Armen meinen im Ueberfluſſe zu ſitzen. Auf dem Lande ſtehen für jeden Wanderer die Thüren offen, und der Tiſch iſt für ihn gedeckt. In meh⸗ reren Gegenden Norwegens darf der Reiſende ſelbſt in den Gaſthöfen Nichts für Koſt und Quartier bezahlen. Es iſt eine Zeit, wo die Erde die Wahrheit der himmli⸗ ſchen Worte zu empfinden ſcheint: Geben iſt ſeliger, als Nehmen. Und nicht bloß die Menſchen, ſondern auch die Thiere haben ſich der Weihnachten zu erfreuen. Sämmt⸗ liche Bewohner des Stalls, ſämmtliche Hausthiere wer⸗ den aufs Beſte gefüttert und gepflegt und die Vögelein unter dem Himmel jubeln, denn vor jeder Scheune, auf jedem Hofe erheben ſich lange Stangen, an deren Spitzen reiche Hafergarben ſie zu einem herrlichen Mahle laden; auch der ärmſte Tagloöhner, der ſelbſt keine Aehre beſitzt, erbittet ſich und erhält von ſeinem Nachbar eine Garbe, ſtellt ſie auf und läßt die Vögel vor ſeiner leeren Scheune jubeln.

Suſanna hatte in der Weihnachtswoche viel zu be⸗ ſorgen gehabt und war oft, theils ihrer Geſchäfte, theils einiger Geſchenke wegen, mit denen ſie Leute aus ihrer Umgebung überraſchen wollte, bis ſpät in die Nacht auf⸗